Die Illusion vom Traumberuf. Über Fußballprofis im Schatten von Alaba & Co.

Von Bernhard Schiesser. Erstellt am 03. März 2021 (03:34)

Fußballprofi – für viele Kinder nach wie vor der Traumberuf schlechthin. Und ganz so unrealistisch, so elitär ist der Weg dorthin nicht mehr, wie er vielleicht vor Jahrzehnten noch war.

Eine gewisse Begabung vorausgesetzt, verfängt sich das Fußballtalent spätestens mit zehn Jahren automatisch im flächendeckend gesponnenen Netz an Landes-Ausbildungs-Zentren (LAZ). Die größten Fische schaffen es letztlich in eine der 13 Akademien. Dass es daraus später nur ein geringer Prozentsatz der Abgänger schafft, einen Arbeitsplatz im Profifußball zu finden, ist eine arithmetische Notwendigkeit. Die Selektion ist hart, zumindest die Spielregeln sollten vorher jedem klar sein.

Selektion ist übrigens auch das Stichwort für jene Kicker, die es letztlich geschafft haben, im Profifußball anzudocken. Die ganz wenigen Alabas ausgeklammert, landen sie im Hamsterrad. Wer nicht mitkann, fällt raus.

Und das Rad nahm in den vergangenen Jahren Schwung auf, wurde um eine Facette reicher. Die Lebensdauer der Fußballprofis sinkt nämlich drastisch. Das beschriebene System schwemmt Jahr für Jahr junge Spieler auf den Markt, die nicht nur billiger sind als arrivierte, sondern auch mit Aussicht auf Verkaufserlöse unter Vertrag genommen werden. Die ist mitunter wichtiger als tatsächliche Leistung.

Muss man deshalb Mitleid mit den Profifußballern haben? Nein, aber es soll den Traumberuf Fußballprofi ins rechte Licht rücken.