Ein schlauer Schachzug. Über die NÖFV- Befragung zum Play-off-Modus.

Von Wolfgang Wallner. Erstellt am 16. Juni 2021 (05:11)

Am Ende bleibt alles beim Alten. Der Vorschlag zur (vorübergehenden) Einführung eines Play-off-Modells im blau-gelben Fußballunterhaus fand bei den Klubs zu wenig Anklang und wird nicht umgesetzt. Ganz umsonst war die Debatte der vergangenen Wochen aber nicht.

Denn der Verband hat – teils ungewollt – den Kritikern doppelt den Wind aus den Segeln genommen. Zum einen kam endlich einmal das basisdemokratische Element zum Zug. Genauso wie von den Klubfunktionären gefordert. Per Urabstimmung konnten die Vereine selbst entscheiden und nicht bloß, wie in den vergangenen Jahren, ihre „Stimmungslage“ rechtlich unmaßgeblich mitteilen. Dass diese Befragung dem Vernehmen nach erst gar nicht geplant war, sondern erst als Kompromisslösung aufs Tapet kam, tut dem grundsätzlich positiven Befund keinen Abbruch.

Zum zweiten kann sich die NÖFV-Spitze im „Worst Case“ auf die demokratische Abstimmung zurückziehen. Kritik an einem neuerlichen pandemiebedingten Abbruch ließe sich damit trefflich entkräften. Schließlich habe man ja einen Vorschlag vorgelegt – und die Vereine wollten nicht.

Ein schlauer Schachzug vor dem Hintergrund der anstehenden Präsidentenwahlen. Vor der anstehenden Hauptversammlung will sich offenbar kein Verantwortungsträger mit womöglich unpopulären Entscheidungen in die Nesseln setzen. Und so bleibt eben alles beim Alten.