Ein wichtiger Schritt, aber noch weiter Weg. Über den Start der Corona-Impfung in NÖ und das Ende der Pandemie.

Von Lisa Röhrer. Erstellt am 30. Dezember 2020 (05:18)

Ein historischer Tag: Das ist der 27. Dezember 2020 in jedem Fall. Nach fast einem ganzen Jahr – überschattet von der Pandemie, mehr als 52.000 nachgewiesenen Infektionen und 800 Todesfällen in Niederösterreich – wurden die ersten Menschen gegen Covid geimpft. Wenig überraschend wurde das Ansetzen der Nadel in St. Pölten groß inszeniert: Kameras, Politiker- und Journalisten-Augen waren auf die 89-jährige Berta Kern gerichtet, die als Erste in NÖ die Spritze bekam.

Das Wissen, dass der Startschuss gefallen ist, ist wichtig. Es gibt Hoffnung. Schließlich ist die Impfung die einzige Chance auf das Ende des mühsamen Hin und Her von Lockdown und Lockerung. Die Kommunikation, dass mit den ersten Stichen der Kampf gegen Corona quasi gewonnen ist, birgt aber Gefahr. Nämlich die, dass Leute unvorsichtiger werden – „Wir haben ja jetzt eh die Impfung.“

Der Weg, bis eine relevante Anzahl an Personen geimpft ist, ist aber noch weit. Für die Gesellschaft heißt es daher weiter durch- und Maßnahmen einhalten. Der Politik steht die große Aufgabe noch bevor: Es reicht nicht, zu zeigen, dass geimpft wird. Vielmehr wird es nötig sein, über die Impfung zu informieren. Denn, um den Weg zu Ende gehen zu können, wird es noch viele Leute brauchen, die es Berta Kern gleich tun und sich impfen lassen.