Geld beherrschen statt Schulden schleppen. Über Schulden als Alltagslast und eine frühkindliche Sparschwein-Pädagogik.

Von Norbert Oberndorfer. Erstellt am 07. April 2021 (03:46)

„Geld stinkt nicht“, sagte Kaiser Vespasian und füllte über eine Latrinensteuer die leeren römischen Staatskassen. Schulden hingegen stinken schon: 3.456 Niederösterreicherinnen und Niederösterreicher schlitterten im Vorjahr in die Schuldenfalle – wegen Arbeitslosigkeit, Einkommensverschlechterung und überbordenden Konsums. Immer mehr Unter-25-Jährige sind verschuldet, zum Teil sehr hoch.

Die digitale Shopping-Welt und bis zu 10.000 Werbebotschaften pro Tag verführen Jung und Alt in ein „Mehr Wollen als Brauchen“, das eigene Budget und notwendige (Spar-)Grenzen vergisst man dabei leicht.

Seit Jahrzehnten rüsten Banken mit Sparefroh, Sumsi, Mike und Co. Volksschulkinder mit Sparbüchsen zu. Eine Weltspartag-Renaissance gibt es aber nicht. Der Sinn von Sparen wird durch tiefste Niedrigzinsen und Null-Prozent-Konsumkredite ad absurdum geführt.

Dennoch: Konsequente Finanzpädagogik ab dem Volksschulalter schützt vor späterer Verschuldung und Überkonsum. Ein Sozialunternehmen hat das erkannt und setzt mit seinem Brettspiel „Die Schotterbande“ am primären Ort der Finanzbildung an: der Familie. Geld darf kein familiäres Tabu-Thema sein. Es ist zu mächtig, wirkt als Familien-Spaltpilz und zerstört Existenzen. Reden Sie übers „Göd“ mit Ihren Kindern --und geben Sie Taschengeld.