Geldrangliste als Erfolgsindikator. Über die einzig zulässige Kategorisierung von Erfolg im Profifußball.

Von Bernhard Schiesser. Erstellt am 12. Mai 2021 (05:49)

Geld schießt keine Tore! Ein Spruch, der gerne hervorgekramt wird, wenn finanzschwachen Klubs Überraschungs-Coups gelingen. Alle Fußball-Romantiker müssen jetzt ganz stark sein, denn dieser Spruch ist falsch. Wer mehr Mittel zur Verfügung hat, wird – ja muss! – auf Sicht erfolgreicher sein. Und wenn das nicht der Fall sein sollte, dann liegt‘s nicht an der Richtigkeit des „Geldschießer-Spruchs“, sondern daran, dass in diesen Klubs schlecht gearbeitet wird.

Der SKN St. Pölten zum Beispiel ist aktuell Letzter in der Bundesliga und läuft Gefahr, abzusteigen. Vergleicht man die (offiziellen) Budgetzahlen, dann müsste der SKN im gesicherten Mittelfeld rangieren. Wattens, Ried, Altach, Admira und Hartberg hat St. Pölten mit seinen knapp acht Millionen Jahresbudget finanziell mittlerweile eingeholt oder – teilweise deutlich – überflügelt.

Auf den Punkt gebracht: Der Erfolg eines Fußballklubs in der Bundesliga lässt sich am besten daran festmachen, dass man die Budget-Rangliste mit dem Tabellenstand abgleicht. Fakt ist, dass die St. Pöltner gemeinsam mit der Austria die „Under-Performer“ der Liga waren.

Wenn die SKN-Verantwortlichen keine Antworten und Handlungsableitungen auf dieses Missverhältnis finden, wird auch die Freude über den Wolfsburg-Deal rasch verflogen sein. „Geld schießt keine Tore“ ist jedenfalls keine zulässige Analyse für die St. Pöltner Seuchensaison.