Gesundheit betrifft die Psyche wie den Körper. Über die Zunahme psychischer Probleme in der Corona-Krise und die Notwendigkeit des Ausbaus des Hilfsangebots.

Von Lisa Röhrer. Erstellt am 17. Februar 2021 (05:42)

Umarmungen gibt es seit einem Jahr keine. Soziale Kontakte sind eingeschränkt. Viele Menschen haben ihren Job verloren. Das Ergebnis der Studie der Donau-Uni Krems zur psychischen Gesundheit verwundert vor diesem Hintergrund wenig: Depressive Symptome, Ängste und Schlafstörungen haben zugenommen. Die Jungen erwischt es besonders hart. Hier ist sogar jeder Zweite betroffen.

Nachdem die Schulen nun wieder geöffnet sind, erwartet die NÖ-Psychotherapeuten-Vertreterin gerade bei ihnen zwar Besserung. Sonst wird sich an der herausfordernden Situation so schnell aber nichts ändern: Aussicht auf weitere Lockerungen gibt es angesichts hoher Infektionszahlen und Virus-Mutationen – verständlicherweise – vorerst keine.

Umso wichtiger ist es, dass alarmierende Ergebnisse wie dieses ernstgenommen werden. Neben dem Kampf gegen das Virus und seine wirtschaftlichen Folgen wird sich die Politik überlegen müssen, wie man Menschen mit seelischen Leiden helfen kann. Die von der ÖGK angekündigte Aufstockung der Kassen-Therapieplätze ist hier ein guter Anfang. Gleichzeitig ist die Krise der richtige Moment, endlich an der Entstigmatisierung psychischer Krankheiten zu arbeiten. Denn eins zeigt die Studie auch deutlich: Treffen können Depressionen und Co. beinahe jeden.