In acht Jahren in die Königsklasse. Über die geplatzte Super League und den Erhalt der Fußballträume.

Von Bernhard Schiesser. Erstellt am 23. April 2021 (10:42)

Der FC Gänserndorf Süd ist ein Fußballverein und spielt in der 2. Klasse Marchfeld. Im Osten Niederösterreich genießt er eine Art Kultstatus, weil er es in fast jeder Saison schafft, Letzter zu werden. Manchmal erreichen die „Süder“ die Ziellinie sogar mit Roter Laterne und blütenweißer Null-Punkte-Weste. Sympathisch blieb der Verein dennoch immer, weil‘s dort stets erdig zuging – Amateurfußball pur.

Rein theoretisch: Sollte den „Südern“ jetzt endlich mal der Knopf aufgehen, dann könnten sie 2029 in der Champions League spielen. Wahrscheinlich ist das nicht, aber bisweilen möglich. Rechnen Sie nach…

Lustig, schon klar, aber dieses Beispiel zeigt, wie der Fußball funktioniert, was sein Erfolgsgeheimnis ist und ihn zur Nummer eins aller Sportarten weltweit machte. Er lässt das Träumen zu und ab und an gehen solche gar in Erfüllung.

Über das „Träume stehlen“ wurden schon Hollywood-Streifen gedreht. Die Gründer der Super League wollten diese Fiktion Wirklichkeit werden lassen. Der Albtraum einer geschlossenen Liga der superreichen Topklubs dauerte nur wenige Stunden. Die Phalanx an Fußballfans ging quasi auf die Straße und verhinderte die „Zombie Apokalypse“, wie es die britische Zeitung „The Telegraph“ beschrieb.

Schön, dass im längst verseuchten Spitzensport Geld nicht alles schafft. Zumindest war es ein Etappensieg für die Fans als Hüter des Fußballs.