Kaum Kunstunterricht – eine üble Strategie. Thomas Jorda über das große Defizit in der Bildungspolitik, die sich – gegen alle Sonntagsreden – kaum um Bildende Kunst oder Musik kümmert.

Von Thomas Jorda. Erstellt am 06. September 2016 (06:00)

Wer’s noch nicht weiß – die Schule hat wieder begonnen. Der Sommer war ruhig, bis auf die übliche Diskussion um die Länge der Ferien. Die taucht so verlässlich auf wie das Ungeheuer von Loch Ness.

Und sonst? Unter den vielen Baustellen, die von Unterrichtsministerin Sonja Hammerschmid ebenso ungern wie erfolglos beackert werden wie von ihren Vorgängerinnen Gabriele Heinisch-Hosek und Claudia Schmied, ist eine, über die gar nicht mehr gesprochen wird. Das Defizit an künstlerischen Fächern.

Mit einer zusätzlichen Turnstunde kann man in Olympiajahren vielleicht noch punkten, aber wer interessiert sich eigentlich für Bildende Kunst oder Musik? In Sonntagsreden wird gerne darauf hingewiesen, wie wichtig diese Bereiche für die Persönlichkeitsbildung der jungen Leute sind. Und wie sehr wir mit Kunst international gewinnen können.

Da kann jeder zustimmen. Und tatsächlich wird in Österreich sehr viel in Kunst investiert, nicht zuletzt in Niederösterreich. Nur in der Bildungspolitik schlägt sich das nicht nieder. Da ein Stünderl Bildende Kunst, dort ein Stünderl Musik. Am besten gar nichts davon. Eine ganz üble Strategie ohne Zukunftsperspektive. Nicht, dass sich daran viel ändern wird, wenn das wieder einmal gesagt wird. Aber sagen wollen wir es doch!