Köche und ihr Brei. Über die vielen Corona-Maßnahmen im Sport, die zunehmend für Verunsicherung sorgen.

Von Bernhard Schiesser. Erstellt am 21. Oktober 2020 (05:56)

Jetzt haben also bundesweit auf den Sportplätzen die Kantinen geschlossen zu bleiben, und es gilt dort eine allgemeine Maskenpflicht – das verlautbarte die Bundesregierung am Montag. Das betrifft in Niederösterreich ohnehin nur jene Vereine, die in Bezirken beheimatet sind, in denen die Corona-Ampel grün oder gelb leuchtet. In „orangen“ Klubs waren auch schon vorher keine Zuschauer erlaubt. Und wer nicht rein darf, braucht weder eine Maske tragen noch kann er essen und trinken. Eh klar, oder?

Die bundesweiten Verschärfungen waren also weit weniger tiefgreifend als die landesweiten in Niederösterreich von vor knapp drei Wochen. Jetzt könnte man spotten, dass die Landesregierung schon damals mit jenem Weitblick agierte, der dem Bund auch heute noch fehlt, obwohl sich die Covid-19-Zahlen seit damals dramatisch zugespitzt haben. Das wäre aber gemein…

Was ganz ohne Ironie aber fix scheint: Niederösterreichs „Geisterspielverordnung“ war überzogen und jedenfalls vollkommen unkoordiniert mit den Vorgaben des Bundes. Das Land entschädigt die betroffenen Sportvereine jetzt wenigstens (zum Teil) für ihren Einnahmenentfall. Das ist gut. Das ist notwendig. Das ist aber auch ziemlich teuer. Zwei Millionen Euro stehen als „Geisterspiel-Prämien“ bereit. Die hätte man im Sinne des Sports auch anders investieren können.

Eines zeigt das Beispiel aus dem Sport deutlich: Die Vielzahl der Verordnungen, ihre verschiedenen Urheber, ihre oft mangelnde Klarheit und Transparenz tragen nicht dazu bei, dass die Akzeptanz bei den Sportlern und Funktionären steigt. Das hätte man besser lösen können.