Krise hat mehrfachen Wert der Natur gezeigt. Über den „Raus in die Natur“-Trend und seine zunehmenden Schattenseiten.

Von Lisa Röhrer. Erstellt am 09. Juni 2021 (05:06)

Hat die Corona-Krise auch irgendetwas Positives? Wenn ja, dann, dass zahlreiche Menschen ihre nächste Umgebung entdeckt haben. Weil man kaum etwas anderes unternehmen konnte, verbrachten viele ihre Zeit in der Natur. Und stellten fest, dass man gar nicht immer weit reisen muss. Auch Niederösterreich hat einiges zu bieten.

Ausgerechnet der Frischluft-Trend sorgt nun aber für dicke Luft. Bauern klagen über Probleme mit den mehr gewordenen Spaziergängern und Wanderern. Achtlos weggeworfener Müll, zugeparkte Wiesen, zertrampelte Felder und Hundehaufen auf Weiden richten Schaden auf den Flächen und bei Tieren an.

Dass viele Menschen die Erholungsgebiete zerstören, deren Wert sie gerade entdeckt haben, ist paradox und unbegreiflich. Weil das aber wohl nicht nur aus Ignoranz, sondern auch aus fehlendem Bewusstsein passiert, ist es wichtig, dass Bauern auf Konsequenzen des Verhaltens aufmerksam machen. Die Natur vor der Haustüre ist nicht nur als Erholungsraum wertvoll. Die meisten Wiesen, Felder und Wälder werden landwirtschaftlich genutzt. Dort entstehen regional erzeugte Lebensmittel und andere Produkte. Die wiederum garantieren Versorgungssicherheit. Und davon können wir schneller abhängig werden, als vor der Krise für möglich gehalten.