Nur Maßnahmen helfen gegen den Mangel. Über den dringenden Bedarf an Pflegekräften.

Von Lisa Röhrer. Erstellt am 18. Februar 2020 (01:38)

2019 startete das Land eine Ausbildungsoffensive. 400 zusätzliche Plätze für angehende Pflegekräfte wurden geschaffen. In Gaming startet im Herbst ein Schulversuch für Pflegeausbildung mit Matura. Damit reagiert die Politik auf den Pflegekräftemangel. Dass das dringend notwendig ist, zeigt sich deutlich: Schon jetzt könnte das Land 700 zusätzliche Pflegekräfte gebrauchen. Bis 2030 rechnet man sogar damit, dass 15.000 Kräfte fehlen.

Ein Grund dafür ist die immer älter werdende Gesellschaft. Bis 2050 werden laut Prognosen drei Mal so viele Menschen über 85 Jahre alt sein wie heute. Durch veränderte Familienstrukturen werden davon zudem immer mehr auf fremde Hilfe angewiesen sein.

Um die bieten zu können, werden Ausbildungsplätze allein aber nicht reichen. Es braucht auch Menschen, die sie nutzen. Und dafür wird es nötig sein, den Job attraktiver zu machen. Ein Anreiz könnte die von Angestellten der Branche geforderte 35-Stunden-Woche bei gleichbleibendem Verdienst sein. Wenn die ohnehin schon zu wenigen Menschen weniger arbeiten, würde das das Problem kurzfristig zwar weiter verschärfen. Langfristig gesehen kann es aber Teil der Lösung sein – wenn die verringerte Belastung dazu führt, dass mehr Menschen den Job ergreifen.