ÖFB braucht Frühjahrsputz. Bernhard Schiesser über die fehlende Konsequenz im Unterhaus-Fußball.

Von Bernhard Schiesser. Erstellt am 01. April 2020 (04:30)

Und wie es fast zu erwarten war, ist es eben nicht so, dass sich alle Unterhaus-Klubs mit ihren Spielern kulant auf „kein Aufwand, keine Entschädigung“ einigen konnten. Ein Landesligist meldete seine Vertragsspieler, ohne vorher das Gespräch zu suchen, einfach ab. Ein Regionalligist hat einen seiner Spieler gar nicht erst als Vertragsspieler gemeldet.

1.500 Euro Aufwandsentschädigung (reiste der Kicker zu jedem Training per Stretchlimousine an?), 200 Euro pro Punkt – „netto Banane“ an der Steuer vorbei! Das seien laut Gewerkschafter Gernot Zirngast nur die schlimmsten Auswüchse. Die Spieler liefen der VdF darüber hinaus dieser Tage die Türe ein, weil die März-Gelder fällig wären…

Völlig verrückt wird die Sache, wenn sich Vereinsfunktionäre hinstellen und staatliche Hilfe aus dem Corona-Fonds fordern. Dem Fiskus unten ans Bein zu pinkeln und oben die Hand aufzuhalten, ist dreist.

Jetzt muss man wissen, dass Zirngast & Co natürlich nicht frei von Eigeninteressen sind. Die Werbetrommel gehört gerührt, wenn sie gehört wird. Zur Wahrheit gehört schon auch, dass es hunderte Klubs gibt, die alles zumindest nach bestem Wissen korrekt machen. Die schwarzen Schafe gehören zum Schutz der Korrekten (Stichwort Chancengleichheit) konsequent abgestraft – endlich auch „sportgerichtlich“ mit Punkteabzügen oder Zwangsabstiegen!

Übrigens: NÖFV-Präsident Hans Gartner dafür in die Pflicht zu nehmen, kann man machen, geht aber an die falsche Adresse. Der ist einer von neun Landesverbandspräsidenten. So einen Frühjahrsputz muss der ÖFB initiieren. Jetzt!