Ohne die Hausärzte geht es nicht. Über die Unzufriedenheit vieler Hausärzte und Klagen, die man ernstnehmen sollte.

Von Lisa Röhrer. Erstellt am 28. Juli 2021 (05:18)

Der Streit begleitet die Pandemie seit ihrem Beginn: Zuerst kritisierten Hausärzte fehlendes Schutzmaterial. Dann, dass sie nicht kostenlos testen dürfen. Zuletzt, dass sie zu wenig oder nur den ungeliebten Impfstoff bekamen. Auf der politischen Seite gab es immer wieder (durchaus plausible) Erklärungen dafür. Die Kritik wird oft als Jammern abgetan.

Tatsächlich zeigen die wiederkehrenden Klagen aber eine ernst zu nehmende Unzufriedenheit eines Berufsstandes. Viele Hausärzte fühlen sich nicht wertgeschätzt. Dass es Probleme gibt, macht die Tatsache deutlich, dass sich immer weniger Leute für das Kassen-Arzt-Sein auf dem Land interessieren. Politisch werden Pläne gewälzt, wie man dem gegensteuern kann – Stichwort 8-Punkte-Plan.

Die NÖ-Initiative „Hausarzt konkret“ präsentiert nun konkrete Ansatzpunkte. Ihre Mitglieder fordern bessere Rahmenbedingungen. Neben zusätzlichen Leistungen wollen Kassenärzte ein System, in dem sie sich mehr Zeit für ihre Patienten nehmen können.

Profitieren würden davon nicht nur die Ärzte, sondern auch Patienten und die ganze Gesellschaft. Große Stärke der Allgemeinmediziner ist es, dass sie nah an den Menschen sind. Sie können Fragen beantworten und Unsicherheiten nehmen. Das kann bei der Covid-Impfung entscheidend sein – genau wie bei vielen anderen Themen abseits der Pandemie.