Richtiges Signal zur falschen Zeit. Über den Abstieg als Strafe bei Reserveabsagen.

Von Wolfgang Wallner. Erstellt am 21. Juli 2021 (05:30)
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Wer seine Reservespiele zu oft sausen lässt, muss mit der Kampfmannschaft absteigen. Diese Konsequenz droht ab der nun startenden Saison den Klubs im NÖ-Amateurfußball. Dass leichtfertige Absagen oder das komplette Vernachlässigen der „zweiten Garnitur“ verhindert werden sollen, liegt auf der Hand. Ebenso klar ist, dass dem Verband Gegenwind von der Basis entgegen weht. Die Klubs haben‘s nach der pandemiebedingten Zwangspause schon schwer genug, ihre Kicker bei der Stange zu halten.

So mancher Fußballer hat die Lust verloren, neue Prioritäten gesetzt oder kann jobbedingt kein Freizeitrisiko mehr eingehen. Corona hat auch hier seine Spuren hinterlassen. Und da es in der Reserve keinen Cent zu verdienen gibt, sind die Klubs auf den guten Willen der Kicker angewiesen. Wenn der NÖ-Verband nun mit strengeren Regeln Druck machen will, erscheint das kontraproduktiv. Vier „verschuldete“ Absagen der eigenen Reservepartien in einer Saison (bei einer Liga mit 14 oder mehr Klubs) führen zum Zwangsabstieg der Ersten.

Die Reserve ist nach wie vor ein offizieller Bewerb und soll entsprechend ernst genommen werden. Stimmt natürlich. Doch die Pandemie hat den Amateurfußball vor weit größere Herausforderungen gestellt, die jetzt einmal Vorrang haben sollten.

Die strengeren Reserveregeln sind ein richtiges Signal, allerdings zur völlig falschen Zeit.