Technik ist kein Allheilmittel. Über die ersten Erfahrungen mit dem Videoschiri.

Von Wolfgang Wallner. Erstellt am 04. August 2021 (04:49)

Im Schatten von Olympia rollt am rot-weiß-roten Rasen wieder der Fußball. Und das tut er in der Bundesliga unter neuen Vorzeichen. Im heimischen Profikick hat nun ebenfalls der „Videoschiedsrichter“ (VAR) Einzug gehalten. Und der hat am vergangenen Wochenende mehr für Aufregung als für mehr Gerechtigkeit gesorgt. Profitiert hat davon die Admira: Dank VAR wurden zwei rüde Fouls der Klagenfurter mit Rot statt nur mit Gelb geahndet, die Südstädter gewannen mit 4:0 und gehören zu den positiven Überraschungen der noch jungen Saison.

NÖ-Schiedsrichter Alan Kijas musste sich dagegen einiges anhören – von den Austrianern, die sein Handling der Videoentscheidungsfindung auf die Palme brachte. Schließlich geht‘s beim VAR auch darum, die Spielszene möglichst laufen zu lassen und erst nach dem Abschluss der Aktion eine Überprüfung durch den Videobeweis vorzunehmen. Ein Automatismus ist dies freilich nicht. Auch beim Video-Schiri „menschelt“ es. Und auch bei dieser neuen Technik im Fußball wird‘s einige Wochen brauchen, bis sich eine konsistente Regelauslegung herauskristallisiert, auf die sich die Kicker verlassen können.

Die „Kinderkrankheiten“ werden sich legen. Aber eines bleibt: Die Technik ist ein Hilfs-, aber kein Allheilmittel. Das gilt beim Kicken mehr denn je – auch und gerade in der Ära der vermeintlich objektiven Videoentscheidungen.