Aus einer guten Gegenwart in eine bessere Zukunft. Thomas Jorda über das Ende des Sommers und die nahende Wahl des Nationalrates. Es ist die Aufgabe aller Wahlberechtigten, sich eine kluge Meinung zu bilden.

Von Thomas Jorda. Erstellt am 29. August 2017 (03:00)

Und schon wieder ist er zu Ende, der diesmal besonders heiße Sommer. Nur noch wenige freie Tage für die Lehrerschaft und deren Schützlinge, dann geht es wieder zurück in jene Schule, die seit Jahrzehnten reformiert wird und doch kaum zu Änderungen zu bewegen ist. Wer daran geglaubt hat, ist ein großer Optimist, weiß aber spätestens seit der Ausrufung von Neuwahlen, dass auch die ablaufende Legislaturperiode in dieser Hinsicht zahn- und fruchtlos geblieben ist.

Jetzt kommt alles anders. In eineinhalb Monaten wird der Nationalrat neu gewählt und damit die Zusammensetzung der Bundesregierung bestimmt. Wir fangen wieder von vorne an, und da jedem Anfang ein Zauber innewohnt, wie uns Hermann Hesse wissen ließ, freuen wir uns schon auf die Realisierung der vielen ködernden Versprechen, die uns zum rechten Stimmverhalten verleiten soll.

Genug der Ironie. Tatsächlich steht der Republik ein wichtiger Richtungsentscheid bevor, gerade in diesen schwierigen Zeiten. Gerade deshalb ist es notwendig zu betonen, dass diese oft bös empfundenen Jahre nicht die schlechtest denkbaren waren. Ganz im Gegenteil. Bei aller Jammerei über die Fehler und Untaten der weichenden Regierung – nie soll es uns schlechter gehen als heute! Und nichts ist einer Demokratie abträglicher als unentwegtes Politikerbashing.

Wer sich auch nur ein bisschen mit der Geschichte beschäftigt, der weiß, dass am Beginn jeder Diktatur das Miesmachen demokratischer Strukturen und deren Vertreterinnen und Vertreter stand. Auch wenn die genauso wenig fehlerlos sind wie wir alle – immer noch besser als jeder noch so beeindruckend scheinender Diktator.

Ist das jetzt ein Aufruf, bestehende Strukturen einzuzementieren, schon wieder dasselbe wie vergangenes Mal zu wählen? Weder noch. Es ist ein Aufruf, klug zu wählen, Vor- und Nachteile abzuwägen, nicht nur den eigenen Schrebergarten im Blick zu haben, sondern die Welt jenseits des Zaunes.

Glaubt man den Umfragen, ist die Wahl bereits entschieden. Kennt man Umfragen, weiß man: Sicher ist nichts. Sicher ist nur die Verantwortung jedes Wahlberechtigten, sich in den nächsten eineinhalb Monaten eine Meinung darüber zu bilden, was und wer dem Land nützt. Damit aus einer guten Gegenwart eine bessere Zukunft wird.