Bad news sind nicht gut

Erstellt am 03. August 2022 | 05:16
Lesezeit: 2 Min
Über die vielen schlechten Nachrichten, die den Blick auf die vielen guten Nachrichten nicht gänzlich verstellen sollten.
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Bad news is good news. Seit Jahrzehnten ist dieses Gesetz ein ehernes im Journalismus. Boulevard-Zeitungen machten daraus sogar ein erfolgreiches Geschäftsprinzip, aber auch seriöse Medien wie die NÖ Nachrichten kommen daran nicht vorbei, dass mehr Menschen schlechte Nachrichten lesen, sehen und hören wollen als gute.

So gesehen müsste heute Goldgräberstimmung in der Medienbranche herrschen. Die schlechten Nachrichten reißen nicht ab – und das seit zumindest zweieinhalb Jahren: Corona-Pandemie, Klima-Krise, Ukraine-Krieg, Teuerungswelle – dazu kommt das katastrophale politische Klima in diesem Land und der zunehmende Egoismus, der das Gemeinsame in unserer Gesellschaft immer mehr in den Hintergrund rückt.

Schlechte Nachrichten gibt es also fürwahr genug. Und das nicht nur in den etablierten Medien. Kein Tag, an dem nicht über Facebook, Telegram & Co. jemand neue „Bad news“ verbreitet. Die sind zwar meist erfunden, finden aber verlässlich zehntausende Menschen, die selbst die krausesten Theorien glauben.

Nicht nur deshalb hat das Prinzip „Bad news is good news“ ausgedient. Wer will schon jeden Tag mit schlechten Nachrichten bombardiert werden? Die Antwort für uns seriöse Medienmacher kann also nur sein, zwar über „Bad news“ zu berichten, Panikmache aber zu vermeiden. Und auch den Blick auf die vielen guten Nachrichten zu lenken. Aufzuzeigen, dass es nicht nur Krisen, Probleme und Abgründe gibt, sondern auch Chancen, Perspektiven und – vor allem – eine Zukunft für uns alle.

Die Menschheit hat schon ganz andere Krisenzeiten überstanden als die aktuelle. Wir standen auch schon vor größeren Herausforderungen. Vielleicht hilft es, diesen Schritt zurückzutun – damit wir wieder einen Blick dafür bekommen, dass wir allen Problemen zum Trotz in einem schönen, lebenswerten und sicheren Land leben. Nur, wenn uns das bewusst ist, werden wir auch die aktuellen Krisen erfolgreich meistern.