Bürgernähe ist die Basis. Über die Herausforderungen, die auf den neuen Polizei-Chef Franz Popp zukommen.

Von Daniel Lohninger. Erstellt am 15. Juli 2020 (05:36)

Bürgernahe Polizeiarbeit, mehr Präsenz, mehr Fuß- und Radstreifen, mehr Kommunikation. Mit diesen Ankündigungen im NÖN-Interview setzt der neue Landespolizeidirektor Franz Popp nur ein paar Tage nach seinem Amtsantritt bereits starke Signale. Signale, die zeigen, dass die Polizei im größten Bundesland Österreichs nach einem mehr als einjährigen Interregnum wieder eine Führung hat.

Ungeachtet der Vorgeschichte warten auf Popp aber vielfältige Herausforderungen. Die neben der Präventionsarbeit größte Herausforderung wird eine strukturelle sein: Die Polizei in Niederösterreich steht vor einem Generationswechsel. In den nächsten fünf Jahren geht jeder vierte Polizist in Pension. Die Zahl der Ausbildungsplätze in den Polizeischulen in St. Pölten, Ybbs und Traiskirchen muss dementsprechend aufgestockt werden.

Dazu kommt, dass die Polizei im Wettbewerb um die besten Köpfe auch in der Kommunikation einen Zahn zulegen muss – vor allem die notwendigen Experten im Kampf gegen die Cyberkriminalität sind auch in der Privatwirtschaft heiß begehrt. Eine Chance auf diese Fachkräfte hat die Polizei aber nur, wenn sie als attraktiver Arbeitgeber wahrgenommen wird.

Neben diesen Herausforderungen steht die Polizei jedoch auch vor einer Gratwanderung: Sie muss den Mittelweg finden zwischen strenger Ordnungsmacht und verständnisvollem Partner der Bürger. Gelebte Bürgernähe ist allerdings eine gute Grundlage dafür, dass die Niederösterreicherinnen und Niederösterreicher die Amtszeit von Popp als eine wahrnehmen, in der die Polizei das ist, was sie sein sollte – verlässliche Partnerin und (manchmal auch strenge) Helferin der Landsleute.