Chaos müsste nicht sein. Über den wenig durchdachten Start in den Schulalltag, der die Geduld von Eltern, Lehrern und Schülern gehörig strapaziert.

Von Daniel Lohninger. Update am 29. April 2020 (05:54)

„Das Zusperren war einfacher als das Aufsperren.“ Mit diesen Worten bringt Bildungsminister Heinz Faßmann auf den Punkt, was Eltern, Lehrer und Schüler seit Wochen denken. Ganz unverschuldet ist das Bildungsministerium allerdings nicht in diese Situation getaumelt.

Denn seit 16. März war genug Zeit nachzudenken, wie man die Schulen wieder hochfahren kann. Herausgekommen ist ein nicht ganz schlüssiger Etappenplan mit dem Ergebnis, dass für gut ein Viertel der 200.000 Schüler Niederösterreichs der Schulalltag erst Anfang Juni wieder beginnt – ehe er Anfang Juli wieder endet. Wie sinnvoll das ist, ist zweifelhaft.

Wie der Schulbetrieb selbst ablaufen wird, ist im Groben bekannt – beispielsweise der „Schicht-Betrieb“ in den Klassenzimmern, die Verpflichtung zum Tragen von Mund-Nasen-Schutz und die Möglichkeit, dem Unterricht aus psychischen Gründen fernbleiben zu dürfen. Schade ist, dass Erkenntnisse aus den vergangenen Wochen offensichtlich völlig unberücksichtigt blieben. Turnen, Musik & Co. sind Fächer, die mancherorts bereits jetzt im Heim-Unterricht gelehrt werden.

Gespannt sein kann man hingegen darauf, wie der Andrang der Kinder und Jugendlichen vor den Schultoren reguliert wird. Und wie sie überhaupt in die Schule kommen. Denn überfüllte Schülerbusse und -züge sind in Coronazeiten wohl eher kontraproduktiv. Sich explosionsartig vermehrende Auto-Schlangen vor den Schulen stellen hingegen ein enormes Sicherheitsrisiko vor allem für die Kleinen dar.

Bereits jetzt steht also fest, dass das permanente Chaos rund um den Wiedereintritt in den Schulalltag für die türkis-grüne Regierung eines sicher nicht ist – ein Ruhmesblatt.