Der letzte Lockdown. Über das Ende der „Osterruhe“ und die Aussicht auf eine Zeit ohne das „L-Wort“.

Von Daniel Lohninger. Erstellt am 05. Mai 2021 (05:24)

Endlich ist sie vorbei – die etwas lang geratene „Osterruhe“. Wer an der Wirksamkeit von harten Lockdowns gezweifelt hat, wurde eines Besseren belehrt. Niederösterreich wurde vom Sorgenkind zum Musterschüler. Nicht nur die Inzidenzzahlen sind rasant gesunken, sondern auch die Auslastung der Intensivstationen.

Doch wie groß ist jetzt die Gefahr, mit den geplanten raschen Öffnungsschritten diesen Vorsprung wieder zu verspielen? Diese Frage sollte nicht nur vorsichtige Zeitgenossen und Virologen beschäftigen, sondern uns alle. Denn die Aufbruchstimmung, die sich seit Montag durch die Geschäftsstraßen und Einkaufszentren der Städte zieht, und die Hoffnung auf Normalität, die sich mit der Wiedereröffnung der Gastronomie in zwei Wochen einstellen wird, ist brüchig. Steigen die Zahlen wieder, wird das ungeliebte „L-Wort“ – also Lockdown – wohl wieder öfter zu hören sein.

Die Antwort auf diese Frage kann nur sein, dass bei aller Aufbruchstimmung die Vorsicht noch lange unsere Begleiterin in allen Bereichen sein wird – auch dann, wenn viele von uns geimpft sein werden. Diese Vorsicht fordert der Staat von seinen Bürgerinnen und Bürgern auch ein – vor allem, wenn es um die Gesundheit anderer Menschen geht.

Aber: Ist gewährleistet, dass nur getestete, geimpfte oder genesene Personen ein Angebot nutzen, lassen sich unter Einhaltung von gewissen Hygiene-Standards dauerhaft nahezu alle Bereiche der Gesellschaft offenhalten – und weitere Lockdowns verhindern. Denn das Konzept, alle Menschen unter einen Glassturz zu stellen, war in den Anfangszeiten der Corona-Pandemie zweifellos richtig. Spätestens nach der „Osterruhe“ hat es aber ausgedient.