Die Manager der Zukunft

Über die vielfältigen Aufgaben der Bürgermeister und ihre Rolle im Klimaschutz.

Walter Fahrnberger
Walter Fahrnberger Erstellt am 22. September 2021 | 05:39

Wenn sich der Bundespräsident, der Bundeskanzler, die halbe Regierungsmannschaft und die Landesspitze gleichzeitig bei einer Veranstaltung die Ehre geben, dann muss das schon ein außergewöhnliches Ereignis sein. So geschehen beim 67. Österreichischen Gemeindetag in der Vorwoche in Tulln.

Zu Recht ortete Gemeindebundpräsident Alfred Riedl damit ein besonderes Zeichen der Wertschätzung für die 2.095 Bürgermeisterinnen und Bürgermeister im Land, 573 davon in Niederösterreich. Und die haben sich diese Anerkennung auch mehr als verdient. Als erste Ansprechpartner vor Ort sind sie ganz nah bei den Bürgern jene, die vielfältige Probleme zu lösen haben. 24 Stunden am Tag, 365 Tage im Jahr.

Das wurde vor allem in den letzten Monaten der Pandemie einmal mehr deutlich. Umso wichtiger war dieses „Danke“ an die Ortschefs von oben. Weil aus der Bevölkerung kommt mehr Kritik als öffentliches Lob. Dabei genießen die Kommunalpolitiker mit Abstand das höchste Vertrauen unter den Volksvertretern.

Da ist es nur gut, dass die kleine Einheit „Gemeinde“ entscheidend ist, wenn globale Vorhaben wie der Kampf gegen den Klimawandel zu bewältigen sind. Wollen wir das Klima retten, müssen laut Experten 90 Prozent der Maßnahmen auf lokaler Ebene getroffen werden. Der Kampf gegen den massiven Bodenverbrauch gehört dazu. Dabei beharren die Gemeindevertreter darauf, dass Raumordnung und Flächenwidmung in ihrer Kompetenz bleiben.

Parallel dazu braucht es aber strikte Rahmenvorgaben von höherer Stelle. Nicht, um den Bürgermeistern Kompetenzen zu entziehen, sondern um sie vor künftigen unüberwindbaren Interessenskonflikten zu schützen.