Die Parallelen zu NÖ. Über den neuen FPÖ- Bundesparteiobmann und offene Fragen bei den Freiheitlichen in Niederösterreich.

Von Walter Fahrnberger. Erstellt am 09. Juni 2021 (05:22)

Nach dem Rückzug Norbert Hofers als FPÖ-Parteiobmann übernimmt wie erwartet Herbert Kickl die alleinige Chefrolle der drittstärksten Polit-Kraft im Land. Ob Kickl alle Freiheitlichen Niederösterreichs uneingeschränkt hinter sich vereint, darf bezweifelt werden. Ein Veto aus NÖ kam allerdings nicht.

Dabei war der Blick der Blauen bereits auf die Landtagswahl Anfang 2023 gerichtet. Denn obwohl Hofer in der breiten Bevölkerung beliebter war, spricht Kickl die FPÖ-Wähler stärker an. Vor allem mit seiner polarisierenden Politik gegen die Corona-Maßnahmen der Regierung hat Kickl für die FPÖ wieder Boden gut gemacht und holt sukzessiv Wähler zurück, die bei der Nationalratswahl 2019 (vor allem zur ÖVP) abgewandert waren. Damals war der in Purkersdorf lebende Kickl als NÖ-Spitzenkandidat der FPÖ ins Rennen gegangen und musste nach dem Scherbenhaufen der Ibiza-Affäre ein Minus von fast zehn Prozent hinnehmen.

Auch die FPÖ-NÖ hatte bei der Landtagswahl 2018 ihr „Ibiza“ – und zwar in Form der „Liederbuch-Affäre“ von Udo Landbauer. Diese war der Grundstein für den Misserfolg. Auf Drängen von Landeshauptfrau Johanna Mikl-Leitner räumte Landbauer den Sitz in der Landesregierung – Waldhäusl übernahm.

Zwar ist in Niederösterreich die FPÖ-Obmannfrage geklärt, Landbauer wird Ende Juni zum alleinigen Landespartei-Chef gewählt. Die Entscheidung über den Spitzenkandidaten für 2023 ist aber offen. Und auch die wird zur Richtungsfrage zwischen dem in der Landesregierung kooperativen Landesrat Waldhäusl und dem stets angriffigen Klubobmann Landbauer. Dass sich dann die aktuelle blaue Geschichte wiederholt, ist nicht ausgeschlossen.