Die Zeit nach Corona. Über die großen Fragen der Gesellschaft, die jetzt wieder in den Fokus rücken sollten.

Von Daniel Lohninger. Erstellt am 16. Juni 2021 (05:11)

Die Fallzahlen sinken, die Belastung der Intensivstationen ist fast wieder auf Normal-Niveau und die Rückkehr des öffentlichen Lebens ist in vielen Bereichen schon sehr weit fortgeschritten. Corona ist zwar noch da, das Virus bestimmt aber nicht mehr unser Leben. Und das ist auch gut so – denn es gibt viele Diskussionen, die wir jetzt führen müssen. Und ja: Wir müssen diskutieren, wie wir mit künftigen Pandemien umgehen. Wir müssen diskutieren, was wir dem Hass im Internet entgegensetzen. Und wir müssen diskutieren, wie unser föderales System in Krisenzeiten besser und effizienter werden kann.

Aber die wirklich heißen Themen sind andere. Die zunehmend größer werdende Kluft zwischen Arm und Reich auch in unserem Land, die grassierende Gewalt gegen Frauen, der Mangel an günstigen Wohnungen bei gleichzeitig gerade in Niederösterreich steigender Nachfrage nach Wohnraum, der Arbeitsmarkt, auf dem Angebot und Nachfrage ganz offensichtlich nicht mehr zusammenpassen. Und da wäre dann auch noch die entscheidende Frage, wie wir künftigen Generationen trotz Klimakrise ein gutes Leben ermöglichen können. Bedauerlicherweise sind die Antworten auf diese Fragen nicht so einfach wie jene auf ein heimtückisches Virus.

Die Politikerinnen und Politiker in Bund, Land und Gemeinden haben aber in der Corona-Pandemie gezeigt, dass sie bereit sind, das Gesetz des Handelns an sich zu nehmen – eine Zeit lang sogar parteiübergreifend. Es ist jetzt also höchste Zeit, dass sie das nun auch in anderen mindestens ebenso wichtigen Fragen tun – und die Zeit nicht mit unnötigen parteipolitischen Grabenkämpfen verplempern.