Ein Umbruch als Chance. Über die von der Coronakrise gebeutelte Tourismusbranche und neue Möglichkeiten für Niederösterreich.

Von Walter Fahrnberger. Erstellt am 16. September 2020 (05:40)

Niederösterreich ist im bundesweiten Vergleich nicht das Parade-Urlaubsland. Kärnten mit seinen Badeseen, der Skitourismus in den westlichen Bundesländern oder Wien und Salzburg als Sightseeing-Destinationen bilden hier die Benchmark. Doch alleine die 8.300 NÖ-Betriebe der Hotellerie und Gastronomie beschäftigen 40.000 Mitarbeiter und sind somit ein wichtiger Wirtschaftsfaktor im Land.

Nun hat heuer die Coronakrise die gesamte Tourismusbranche hart getroffen. Die Geschäftsführerin der Österreich Werbung, Petra Stolba, spricht vom schlimmsten Jahr in der Geschichte. Der Städtetourismus ist praktisch zum Erliegen gekommen. Internationale Gäste fehlen vielerorts. In Niederösterreich ist der Gesundheits- und Seminartourismus am Boden. Doch das Land hat jetzt nicht nur zusätzliche Hilfe zugesagt, sondern mit der „neuen Sommerfrische“ schon davor auf die richtige Strategie gesetzt.

Neben Gästen aus den direkten Nachbarstaaten Deutschland, Tschechien, Slowakei und Ungarn wird verstärkt um Österreicher geworben. Mit Erfolg: Touristen aus Vorarlberg, Tirol und Salzburg – darunter viele jüngere – haben unser Bundesland heuer erstmals als Urlaubsdomizil entdeckt. Niederösterreich setzt auf die Vielfalt der Landschaft, Kultur, Genuss, Entschleunigung und Nachhaltigkeit. Wie aktuelle Studien zeigen, sind das die relevanten Urlaubsthemen der Zukunft.

Ein Trend, den die Pandemie verstärkt und der sich auch in der Post-Corona-Phase nicht ändern wird. Durch diesen Umbruch kann der NÖ-Tourismus langfristig sogar ein Gewinner der Krise werden. Es sollte aber jedem einzelnen Player in der Branche klar sein, dass er dazu einen Beitrag leisten kann und muss.