Eine Medaille, von der ganz NÖ profitieren kann. Walter Fahrnberger über die steigenden Chancen auf ein alpines Weltcuprennen am Hochkar.

Von Walter Fahrnberger. Erstellt am 20. Februar 2018 (03:15)

„Zum Stockerlplatz fehlt noch viel“, hat Katharina Gallhuber gemeint, als sie heuer Anfang Jänner in Zagreb ihr bislang bestes Slalom-Weltcupergebnis ins Ziel brachte. Gut einen Monat später war das Defizit behoben. Die 20-jährige Niederösterreicherin holte die Bronze-Medaille bei den Olympischen Spielen in Pyeongchang und zählt zu den größten Überraschungen der erfolgreichen rot-weiß-roten Athleten.

Mit einem Schlag ist nach Thomas Sykora und Kathrin Zettel das nächste Aushängeschild der 2.057-Seelen-Gemeinde Göstling mit dem Hochkar in den Ski-Olymp aufgestiegen. Der Erfolg kommt aber auch für ihre Heimatgemeinde samt dem mit 670 Mitgliedern größten Skiklub Österreichs zur rechten Zeit. Denn mit Bronzemedaillengewinnerin Kathi Gallhuber als Zugpferd erhöhen sich die Chancen deutlich, dass am Hochkar der seit Jahren verfolgte Traum von einem Weltcuprennen Realität werden könnte.

Gründe dafür gibt es mehrere: Auffallend oft hat ÖSV-Präsident Peter Schröcksnadel zuletzt in höchsten Tönen von „seinem“ Hochkar gesprochen. Er selbst hat die Homologierung der Pisten für deren Weltcuptauglichkeit aktuell kräftig vorangetrieben.
Die Schröcksnadel-Gruppe hat 2012 die insolventen Hochkar-Lifte übernommen und hält 51 Prozent der damals gegründeten Hochkar-Bergbahnen GmbH. Die restlichen 49 Prozent gehören über die Bergbahnen Beteiligungsgesellschaft (NÖ-BBG) dem Land. Dort bejubelte man in der Tourismusstatistik im Vorjahr erstmals über sieben Millionen Übernachtungen – alleine 104.724 in Göstling.

Damit dieses Hoch anhält, ist ein Skiweltcup in Niederösterreich auch aufgrund des Werbewertes unabdingbar. Der war seit 1995 bereits zwölf Mal am Semmering zu Gast –  vor jeweils mehr als 20.000 Fans. Doch die Chancen für die geplanten Weltcuprennen am Zauberberg im kommenden Winter scheinen nach den permanenten Problemen mit den Seilbahnen und den Turbulenzen rund um die ukrainischen Eigentümer dahinzuschmelzen.
Da könnte Gallhubers schneesicherer Hausberg – immerhin das größte Skigebiet im Land –  als Rettungsanker einspringen. Sind die Eigentümer auch bereit, in Zukunft am Hochkar zu investieren, könnten Land und Region nachhaltig profitieren.