Entlastung für Schüler. Über die gravierenden Folgen des Schul-Lockdowns.

Von Walter Fahrnberger. Erstellt am 13. Januar 2021 (06:39)

Mit Verlusten in Milliarden-Höhe werden die Folgen der Coronakrise für Staat und Wirtschaft beziffert. Dort, wo der Schaden volkswirtschaftlich wohl am größten ist, lässt er sich noch schwer messen – in der Bildung. Niemand hat sich vor dem März des Vorjahres auch nur vage ausmalen können, dass der Unterricht jemals so ablaufen würde, wie das in den letzten zehn Monaten der Fall war. Seither sind in den Volksschulen rund ein Drittel der Tage im Präsenzunterricht entfallen. In den Oberstufen liegt der Wert sogar bei der Hälfte.

Ein Umstand, der viele Familien im Land auf eine enorme Probe stellt und Jugendliche an ihre Belastungsgrenzen bringt. Prekäre Situationen durch Homeschooling gepaart mit Homeoffice der Eltern, mangelnde technische Ausstattung und Herausforderungen in der Betreuung führen dazu, dass die Bildungsschere weiter aufgeht. Zudem fehlen den Schülern die sozialen Kontakte enorm. Eine aktuelle Studie der Uni Wien zeigt auf, wie stark sich die Belastung der Schüler im Lockdown auswirkt. Der Leistungsdruck ist gestiegen, die Freude am Lernen gesunken. Jedoch ließ die Virusentwicklung wenig Alternativen zu. Wie mittlerweile erwiesen ist, spielt das Infektionsgeschehen bei Kindern eine größere Rolle als ursprünglich angenommen.

Umso mehr braucht der Nachwuchs jetzt Unterstützung. Das beginnt bei der Rückkehr zum Präsenz-Schulbetrieb mit regelmäßigen Tests, geht über eine moderate Leistungsbeurteilung im Semester bis hin zu Lernhilfen, um Kompetenzlücken zu schließen. Regierung und Lehrer müssen versuchen, jenen Druck abzubauen, den die Pandemie verursacht hat. Nur so kann eine „Generation Corona“ verhindert werden.