Es ist Zeit zum Handeln. Über zusätzliche Problemfelder für die Wirtschaft, die neue Lösungen erfordern.

Von Walter Fahrnberger. Erstellt am 28. April 2021 (05:44)

Die Herausforderungen für die heimische Wirtschaft wollen nicht abreißen. Da wird mit dem Ende des Ost-Lockdowns am 2. Mai die sehnlichst erwartete Öffnung des Handels in Niederösterreich bestätigt. Auch Hotellerie und Gastronomie haben dank des angekündigten Aufsperrens ab 19. Mai erstmals wieder eine Perspektive. Doch dann greift zur gleichen Zeit ein neues Problemfeld immer mehr Platz: Rohstoffmangel heißt dieses Unwort, das nun die eigentlich (Corona-)krisensichere Bauwirtschaft in ihren Bann gezogen hat.

Diverse Materialien gelten als Mangelware. Wenn überhaupt, sind Baustoffe nur um bis zu 80 Prozent teurere Preise erhältlich. Trotz voller Auftragsbücher droht der Stillstand. Häuslbauer fürchten Kostenexplosionen bei der Fertigstellung ihres Lebenswerks. Ebenso betroffen ist die Öffentliche Hand, zum Beispiel bei Schul-Neubauten. Somit wird der Steuerzahler zur Kasse gebeten.

Auch andere Branchen leiden darunter, weil sie etwaige nötige Investitionen nicht tätigen können. Die Ursachen dafür sind mannigfaltig. Der weltweite Bau-Boom, pandemiebedingte Produktionsausfälle in Fern-Ost und Probleme im Container-Schiffsverkehr zählen dazu. Es ist nicht das erste Mal, dass uns in letzter Zeit die Nachteile einer globalisierte Wirtschaftswelt vor Augen geführt werden. Ein Grund mehr für die Politik, die Anstrengungen zu forcieren, um mehr Autarkie in der Versorgung zu erlangen. Das gilt vor allem für die Verantwortlichen in der EU und geht bis zu den Entscheidungsträgern im Land.

Regionalität wird immer mehr zum Schlüssel für eine lebenswerte Zukunft. Es ist Zeit zum Handeln. Allein die veritable Klimakrise würde das aber ohnehin schon längst verlangen.