Erstellt am 12. März 2019, 03:00

von Daniel Lohninger

Für das Leben lernen. Daniel Lohninger über verhaltensauffällige Eltern am Fußballplatz als Spiegel unserer Gesellschaft.

Sport ist gesund, Sport fördert nachweislich die kognitiven Fähigkeiten – und Sport macht vor allem Spaß. Doch wie viel Spaß hat man am Sport, wenn die eigenen Eltern – sagen wir es einmal vorsichtig – permanent verhaltensauffällig sind? Wenn sie vom Rand des Fußballfeldes ständig reinschreien, andere Kinder und den Schiri beschimpfen, dem eigenen Trainer permanent sein Handwerk erklären wollen und am Ende sogar handgreiflich werden – wie in jüngster Vergangenheit bei U 14-Spielen in Krems und Eggendorf sowie einer U 8-Partie in Prottes im Bezirk Gänserndorf.

Sicher: Es ist nur eine Minderheit der Eltern, die sich am Fußballplatz derart gebärdet. Es fällt aber auf, dass dieses ungustiöse Phänomen um sich greift und nun sogar dafür sorgt, dass der Fußballverband mit einer Kampagne reagiert. Diese Kampagne gegen austickende Eltern ist sicher richtig. Es ist aber traurig, dass sie überhaupt notwendig ist. Wie es scheint, ist der zunehmend raue Ton im Nachwuchsfußball ein Spiegelbild unserer Gesellschaft. Einer Gesellschaft, die rücksichtsloser wird, in der Eigenverantwortung aus der Mode gekommen ist, in der man seine Träume ohne Wenn und Aber verwirklichen muss – auch, wenn es auf Kosten anderer geht.

Auf der Strecke bleibt die Botschaft, dass Fußball ein Mannschaftssport ist, in dem nur erfolgreich ist, wer sich in ein Team einfügen kann und sich dort dank seiner eigenen Fähigkeiten einen Platz sichert. Wenn Kinder diese Botschaft mitnehmen, werden sie nicht nur bessere Fußballer, sondern nehmen damit auch ein wichtiges Rüstzeug für ein gutes und erfolgreiches Leben mit. Und haben sogar Spaß daran, wenn sie für das Leben lernen.

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