Hypo: Der finanzielle Schaden ist noch der geringere. Was ärgert uns jetzt mehr? Dass ein Landeshauptmann fast ein Bundesland verzockt hat? Dass sich die Buberlpartie dieses Landeshauptmannes jetzt aus der Mitverantwortung stehlen will? Dass der damalige Bundeskanzler darob beide Augen ganz, ganz fest

Von Harald Knabl. Erstellt am 23. März 2014 (23:59)
NOEN

Was ärgert uns jetzt mehr? Dass ein Landeshauptmann fast ein Bundesland verzockt hat? Dass sich die Buberlpartie dieses Landeshauptmannes jetzt aus der Mitverantwortung stehlen will? Dass der damalige Bundeskanzler darob beide Augen ganz, ganz fest zugedrückt hat, um an der Macht zu bleiben? Dass ein ehemaliger schwarzer Vizekanzler den Kärntner Bankenscherbenhaufen auch noch gekauft hat und damit uns Steuerzahler mit ins grausame Spiel brachte? Dass der jetzige Vizekanzler rund um das Problem eiert und scheibchenweise die bittere Wahrheit präsentiert? Dass sich der Bundeskanzler auch in dieser Sache situationselastisch gibt, was nichts anderes heißt, als dass er kaum was dazu sagt, geschweige denn, was tut? Dass die Hypo Kärnten noch heuer 1,4 Milliarden an Steuergeldern verschlingen wird, das Geld ohne zusätzliches Sparpaket aber einfach nicht aufzubringen ist? Was also ärgert beim innenpolitischen Dauerthema Nummer eins am meisten?

Keine Frage, die Vorgänge in Kärnten und die folgenden Fehlentscheidungen sind ein einziger Skandal. Über jede Facette dieser monetären Tragödie könnte man sich für sich grün und blau ärgern. Was aber, schiebt man mal die Tatsache zur Seite, dass wir jetzt alle schmerzhaft zu Kasse gebeten werden, wirklich am meisten schmerzt, ist die Tatsache, dass alle Beteiligten unser höchstes Gut leichtfertig vor die Hunde geworfen haben: Unseren Glauben an unser politisches System.

Neben der bangen Frage, wie wir den Schaden bezahlen sollen, stellt sich auch jene, wie glaubwürdig die Vertreter jenes Systems noch sind, selbst wenn (und das wollen wir einmal glauben) es sich um „Erben“ des Sauhaufens handelt. Wie selbstherrlich wurde da gezockt, wurden da Haftungen eingegangen, die ein Landesbudget um das Vielfache überstiegen. Wie eiskalt wurde hier politisches Geschäft gemacht, wie abgehoben leichtfertig wurde hier NICHT kontrolliert. Wie amateurhaft wurde dann versucht zu vertuschen und zu verheimlichen und wie rücksichtslos wurden dann wir alle mit in den Strudel der Ereignisse gezogen. Wie feige wurde uns das wahre Ausmaß des Skandals vor und auch nach den Nationalratswahlen verschwiegen. Und wie ahnungslos steht man jetzt vor einem finanziellen Trümmerhaufen.

Es sind also zwei Krisen, die wir gerade durchzustehen haben. Die finanzielle wird sich überleben lassen. Wir sind ein fleißiges und reiches Volk. Die andere, die politische aber wird nicht ohne Folgen bleiben und diesen Staat von Grund auf verändern. Wir wissen noch nicht, wohin uns der Weg führt.