Jeder hat Verantwortung. Über glaubwürdige Aufklärung, die besser ist als eine verordnete Impfpflicht.

Von Daniel Lohninger. Erstellt am 11. Februar 2020 (01:49)

Während die ganze Welt die Ausbreitung des Corona-Virus fürchtet, wütet die Influenza recht unbemerkt mitten unter uns. Wie jedes Jahr. 1.400 Österreicherinnen und Österreicher sind im Vorjahr infolge einer Influenzaerkrankung gestorben, heuer werden es vermutlich sogar mehr werden. Dennoch lässt sich nicht einmal einer von zehn Landsleuten impfen. Schuld daran sind wohl viele Faktoren. Unwissenheit, Skepsis gegenüber der Pharmaindustrie und eine gewisse Portion an Verunsicherung sind nur einige davon.

Das Land NÖ versucht nun mit einer Kampagne, die auch Erwachsenen den Sinn von Impfungen nahebringen will, gegenzusteuern und die Impfdisziplin der Niederösterreicherinnen und Niederösterreicher zu verbessern. Denn während man bei der Influenza noch darüber diskutieren kann, ob eine Impfung wirklich notwendig ist, braucht man das bei Krankheiten wie Masern nicht. Die Masern waren schon so gut wie ausgerottet – ehe sie durch das Sinken der Impfmoral neuen Aufschwung erlebten und in wesentlich gefährlicherer Form ihr Comeback feierten. Sie sind ein Beispiel dafür, dass die Entscheidung, ob sich jemand impfen lässt oder nicht, keine rein individuelle sein darf.

Sie muss auch vor dem Hintergrund der Verantwortung jedes Einzelnen für die Gesellschaft diskutiert werden. Kein Wunder, dass die Forderungen nach einer Impfpflicht lauter werden. Die falsche Antwort wäre sie aber dennoch: Die bessere Antwort sind glaubwürdige Aufklärungskampagnen, die Ängste nehmen, mit Vorurteilen aufräumen und das Bewusstsein fördern, dass sich verantwortungsvolle Bürgerinnen und Bürger impfen lassen. Zumindest gegen gefährliche Krankheiten.