Kampf an vielen Fronten. Über das Ringen um EU-Wahl-Stimmen zwischen den Parteien und innerhalb der ÖVP.

Von Walter Fahrnberger. Erstellt am 14. Mai 2019 (03:00)

Endspurt im EU-Wahlkampf. In den kommenden Tagen geht es für alle Parteien darum, ihre Wähler für den 26. Mai zu mobilisieren. Das ist bei EU-Wahlen per se am schwierigsten. Unterschiedliche Voraussetzungen verschärfen die Lage. Wie eine Studie der Bertelsmann-Stiftung zeigt, machen extrem links oder extrem rechts positionierte EU-Bürger viel eher von ihrem Stimmrecht Gebrauch, als jene aus der größten Wählerschicht, der politischen Mitte. Das kann auch EU-kritischen Parteien wie der FPÖ helfen.

Aktuelle Umfragen zeigen die Freiheitlichen zwar stärker als 2014, aber klar hinter der SPÖ auf Rang drei. Scheinbar ungefährdet an der Spitze liegt die ÖVP. Die Volkspartei hat sich für die Wählermobilisierung auf das (in NÖ mehrmals erfolgreiche) Vorzugsstimmenmodell eingeschworen. Ein Vorteil für die Partei, nicht aber für alle Kandidaten. Denn nur die Anzahl an persönlich erhaltenen Stimmen entscheidet über den Einzug ins EU-Parlament. Das gilt auch für Bundesspitzenkandidat Othmar Karas aus Ybbs (er wird vom Wirtschaftsbund NÖ unterstützt) und Niederösterreichs ÖVP-Frontmann Lukas Mandl.

Letzterer hat vor eineinhalb Jahren den Platz von Elisabeth Köstinger in Brüssel eingenommen. Köstinger, nunmehr Ministerin, durfte bei der Wahl 2014 auch auf über 20.000 Stimmen vom NÖ-Bauernbund zählen. Die größte ÖVP-Teilorganisation schickt heuer mit Alexander Bernhuber einen eigenen Kandidaten ins Rennen. Dem bald 27-jährigen Gemeinderat aus Kilb scheint dieses Stimmenpaket sicher und somit wohl auch ein Mandat. Es wäre das dritte und ein großer Erfolg für die Volkspartei NÖ – aber nur, wenn die Rechnung auch für Mandl aufgeht.