Nach dem Lockdown. Über den Bewegungsmangel, der die Gesellschaft als Langzeit-Folge der Lockdowns noch lange verfolgen kann.

Von Daniel Lohninger. Erstellt am 07. April 2021 (03:47)

Die verordnete Oster-Ruhe ist vorüber, der Lockdown für Ost-Österreich bleibt. Zumindest für die nächsten Tage. Und vermutlich werden wir uns auch danach auf einem wenig durchdachten regionalen Fleckerlteppich in Richtung Normalität zubewegen. Und ja, Bewegung ist auch ein wichtiges Stichwort für den Frühling. Denn auf der einen Seite gibt es jene Menschen, die das etwaige Mehr an Freizeit für zusätzlichen Sport nutzen. Auf der anderen Seite sind jene, die in den vergangenen Monaten in die Passivität abgeglitten sind – denen die Lockdowns die Motivation für vieles genommen haben, auch für die Bewegung.

Die Sensoren in den Schulen und Vereinen haben schon angeschlagen. Lehrerinnen und Lehrer berichten davon, dass die Zahl der übergewichtigen Kinder im vergangenen Jahr deutlich nach oben ging, in den Sportvereinen macht man sich Sorgen, dass so mancher Wackelkandidat, der sich schon vor Corona nur mühsam zum Training aufraffen konnte, nach dem Lockdown nie mehr beim Training auftauchen wird. Und für immer sein Sportler-Dasein nur mehr hinter der Playstation sieht.

Nach einem Jahr der mehr oder weniger verordneten Passivität ist es wichtig, bereits jetzt die Weichen für eine neue Aktivität nach den Lockdowns zu stellen. Dazu gehört die verstärkte Bewusstseinsbildung, was Bewegung alles kann. Genauso wie ein Investitionspaket für den Ausbau von Rad- und Wanderwegen, aber auch die Stärkung der Rolle von Fußgängern im Straßenverkehr. Denn die Folgekosten von Bewegungsmangel und Co. sind für die Gesellschaft wohl mindestens ebenso ernstzunehmen wie jene von Corona. Zumal es gegen Übergewicht keine Impfung gibt.