Nicht alles gibt’s im Netz. Über Herausforderungen für Nahversorger und wie die Politik helfen könnte.

Von Walter Fahrnberger. Erstellt am 26. November 2019 (02:49)

Sie haben es immer schwerer. Der Bäcker ums Eck, das Textilgeschäft im Ort oder der Greißler von nebenan. Auch im Flächenbundesland Niederösterreich kämpfen die Nahversorger ums Überleben. Immer mehr müssen aufgeben, weil sie mit den Preisen der Großhandelsketten nicht mehr mithalten können oder das Internet im Kampf um die Kunden zum übermächtigen Gegner mutiert.

Dabei sind es gerade die vielen Klein- und Mittelbetriebe, die das Rückgrat unserer Wirtschaft bilden. In Niederösterreich beschäftigen die 2.500 Nahversorger nicht weniger als 30.000 Arbeitnehmer und bilden 700 Lehrlinge aus. Dass diese Sparte durchaus Zukunft haben kann, zeigen die vielen positiven Beispiele in unserer dieswöchigen Rubrik „Darüber spricht Niederösterreich“.

Denn die Wirtschaftstreibenden vor Ort sind mehr als nur Nahversorger. In Zeiten von sozialer Vereinsamung durch digitale Medien werden sie als Treffpunkt und für ein höheres Gemeinschaftsgefühl immer wichtiger. Das gibt’s im Netz nicht zu kaufen. Doch natürlich ist vor allem der Preis ein wichtiges Kriterium bei der Kaufentscheidung.

Online- und Großhändler sind da meist unschlagbar. Immer mehr Augenmerk legen die Kunden aber auch auf Qualität und Herkunft der Waren. Das Bewusstsein für regionale Produkte steigt, weil diese aufgrund kurzer Transportwege auch zum Umweltschutz beitragen. Ihren Teil kann auch die Politik beitragen, indem sie für eine klarere Produktkennzeichnung sorgt.

Artikel aus Österreich müssen leichter erkennbar sein. Das würde nicht nur den heimischen Landwirten beim Absatz ihrer Produkte helfen, sondern auch der Wirtschaft und den regionalen Nahversorgern.