Niederösterreich ist am richtigen Weg. Walter Fahrnberger über Erkenntnisse vom Know-how- Austausch mit Israel, dem Vorreiterstaat bei Start-ups und in der Wissenschaft.

Von Walter Fahrnberger. Erstellt am 26. September 2017 (03:01)

Von den Besten lernen. Dieses Ziel verfolgt Landeshauptfrau Johanna Mikl-Leitner (ÖVP) für den Wirtschaftsstandort Niederösterreich. Dafür wurde in der Vorwoche im politisch instabilen Israel Know-how eingeholt. Mit zwei wesentlichen Erkenntnissen: Bei Start-ups und im Bereich der Wissenschaft & Forschung ist das Heilige Land Vorreiter – auch aufgrund der nötigen mehrjährigen und qualitativ hochwertigen Ausbildung in der Armee. Und zweitens: Niederösterreich ist mit Blick in die technologische Zukunft am richtigen Weg.

So ist in Klosterneuburg mit dem Institut of Science und Technology Austria (ISTA) eine Forschungseinrichtung beheimatet, die eng mit dem weltweit anerkannten Weizmann-Institut in Israel zusammenarbeitet. Eine Bedeutung, die vielen im Land gar nicht bewusst ist und daher noch stärker betont werden muss. Die Möglichkeit dazu soll es in Zukunft laufend geben: Das ISTA mit den aktuell 350 Forschern und Wissenschaftlern wird in den nächsten Jahren weiter ausgebaut.

Damit sich die Forschung auch positiv auf den Arbeitsmarkt auswirkt und neue Arbeitsplätze bringt, ist der Wissenstransfer in die Wirtschaft nötig. Der ist in Klosterneuburg mit einem Technologiepartner in unmittelbarer Nähe des ISTA-Campus geplant. Was wiederum neue Firmen anlocken und Start-ups fördern soll. Das gelingt in Israel auch in entlegenen Regionen nahe der Wüste, wo führende Institutionen im Bereich der Hochschulen renommierte Firmen aus aller Welt in angrenzende High-Tech-Parks anlocken. Das kann auch in Niederösterreich gelingen.

Der Schlüssel ist und bleibt die Digitalisierung, wie auch schon im „Masterplan für den ländlichen Raum“ festgehalten wird. Und nicht umsonst spricht Landeshauptfrau Johanna Mikl-Leitner davon, dass der Ausbau des Glasfasernetzes für Breitband-Internet heute so wichtig ist wie der Bau von Brücken oder Straßen. Insgesamt eine Milliarde Euro ist dem Land diese Digitalisierungs-Offensive in den nächsten zehn Jahren wert.

Ein Teil der Erfolgs-Philosophie in Israel ist hierzulande aber noch zu wenig bekannt. Das ist jener des Scheiterns. Ein Bauchfleck mit einem Unternehmen ist keine Schande, wenn nur die Lehren daraus gezogen werden. Dessen sollten sich die Politik, aber auch Banken und andere Geldgeber bewusst werden.