Noch kein Ende in Sicht. Über strengere Corona-Regeln und nötige Vorsicht, die uns alle noch länger begleiten werden.

Von Walter Fahrnberger. Erstellt am 15. September 2021 (04:40)

Es hätte keines klareren Beweises bedurft, um zu zeigen, dass die Pandemie nach dem Sommer nicht vorbei ist: Die Inzidenz in NÖ ist aktuell rund vier Mal so hoch wie zur gleichen Zeit im Vorjahr. Auch der einzig sinnvolle Maßstab, die Zahl der Intensivpatienten, ist im gleichen Verhältnis gestiegen. Das von der Regierung proklamierte Pandemie-Ende scheitert vor allem an der geringen Impfquote im Land.

Während zum Beispiel in Dänemark – dort sind über 70 Prozent der Bevölkerung doppelt geimpft – das öffentliche Leben zur Normalität zurückgekehrt ist, herrschen bei uns ab sofort wieder strengere Regeln. Die Wiedereinführung der im Juli beendeten FFP2-Maskenpflicht in Supermärkten ist eine davon. Ob deren Abschaffung trotz der zu dieser Zeit bereits grassierenden, hochansteckenden Delta-Variante klug war, darf bezweifelt werden.

Wie schon im Vorjahr wurde ein Vorsprung verspielt. Noch schwerwiegender ist jedoch, dass die Impfquoten stagnieren. Das niederschwellige Angebot (Impfbusse sind quer durchs Land unterwegs) hilft nur schleppend. Mit dem nun geltenden Stufenplan unterscheidet die Regierung deutlicher zwischen Geimpften und Ungeimpften. Der Druck auf Letztere steigt. Damit werden auch die Gräben zwischen den Gruppierungen tiefer und im Alltag offensichtlicher.

Immer undurchsichtiger sind hingegen die geltenden Regeln. Zumindest für Veranstalter und Gastro soll der Stufenplan mehr Planbarkeit bringen. Wie lange, ist aber unklar. Denn schon jetzt wird aufgrund steigender Zahlen der Ruf nach noch strengeren Regeln laut.

Ja, wir befinden uns nicht am Ende, sondern mitten in der Pandemie. Und da kommen wir nur heraus, wenn jeder seinen Beitrag leistet.