Plädoyer für Radwege. Über die Notwendigkeit, bei Straßenbauprojekten auf die Radfahrer nicht zu vergessen.

Von Daniel Lohninger. Erstellt am 13. August 2019 (05:28)

Fast jeder kennt es – das mulmige Gefühl, wenn man mit dem Fahrrad auf einer Überlandstraße unterwegs ist. Und von Autos überholt wird, die dabei mehr oder weniger Platz neben dem Fahrrad lassen und mehr oder weniger die erlaubten 100 km/h fahren. Passiert dann ein tragischer Unfall wie in Hausleiten, ist man gerade in den sogenannten Sozialen Medien mit Schuldzuweisungen flott zur Stelle – am Problem selbst ändert sich aber nichts.

Denn das Problem ist, dass es allen Sonntagsreden zum Trotz kein echtes Radwegenetz in Niederösterreich gibt. Ja, es gibt touristisch motivierte Radwege wie den Donauradweg oder den Traisentalradweg. Ja, es gibt gute Radweg-Passagen. Aber ein Radwegenetz, auf dem Radfahrer sicher und rasch von A nach B kommen, gibt es nicht – schon gar nicht eines, das Überlandstraßen einbezieht.

So verwundert es nicht, dass auch in Hausleiten bei der Sanierung der Straße, auf der der tödliche Unfall passiert ist, die Errichtung eines Radweges neben der Straße kein Thema war. Das wäre er nur gewesen, wenn sich die Region dafür stark gemacht hätte, betont man beim Land.

Obwohl sich Anlassgesetzgebung in der Vergangenheit als wenig ratsam erwiesen hat: Die Tragödie in Hausleiten sollte den Anstoß dafür geben, dass endlich verpflichtend bei jedem Straßenprojekt die Errichtung eines Radweges geprüft wird, wie von der Radlobby seit Jahren gefordert.

Und das nicht nur aus Gründen der Verkehrssicherheit, sondern auch aus Gründen des Klimaschutzes. Denn nur wenn es gelingt, das Radfahren zumindest auf kurzen Strecken zur sicheren und attraktiven Alternative zum Auto zu machen, lassen sich die Klimaschutzziele erreichen.