Rauchverbot als Chance. über die mit 1. November in Kraft getretene Gesetzesänderung, die auch für Wirte kein Nachteil sein muss.

Von Walter Fahrnberger. Erstellt am 05. November 2019 (03:00)

Österreich ist also seit wenigen Tagen „rauchfrei“. Doch wie diverse NÖN-Lokalaugenscheine in Niederösterreichs Gasthäusern zeigen, werden sich die Debatten über das neue Gesetz nicht so schnell in Luft auflösen. Dafür wollen auch NÖ-Wirtesprecher Mario Pulker und die FPÖ sorgen, die weiterhin für Ausnahmeregelungen und eine Aufweichung des Gesetzes kämpfen. Die Freiheitlichen kritisieren vor allem die Bevormundung der Bürger und sprechen von einem „Entmündigungs-Gesetz“. Ein Argument, das ganz offensichtlich zu kurz greift. Denn in der Vergangenheit war naturgemäß die Freiheit für alle Nichtraucher in den qualmenden Lokalitäten eingeschränkt – und das sogar mit nachweislichem Gefährdungspotenzial.

Gesundheitspolitisch war die Entscheidung für das Rauchverbot ohnehin längst überfällig und wurde nur durch den Umfaller der ÖVP, nachdem die FPÖ das Rauchen zur Koalitionsbedingung ausgerufen hatte, verzögert. Umso wichtiger ist es jetzt, dass an dem Gesetz nicht mehr gerüttelt wird und Klarheit herrscht. Auch im Sinne der Wirte, für die die neue Regelung natürlich eine enorme Umstellung bedeutet.

Internationale Beispiele haben gezeigt, dass das Rauchverbot nicht nur ein Nachteil, sondern vor allem auch eine Chance für die Gastronomie sein kann. Viele haben zusätzliche Gäste gewonnen, weil Familien mit Kindern Restaurants besucht haben, die sie aufgrund des Qualms davor gemieden hatten. Es kommt also auch auf ein ideenreiches und kreatives Angebot der Lokalbetreiber an. Qualität wird sich auch künftig durchsetzen, genauso wie das vor dem Rauchverbot der Fall war.