Regierung gibt Verantwortung ab

Über die Omikron-Welle und Maßnahmen, die nach hinten losgehen könnten.

Erstellt am 12. Januar 2022 | 05:21
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In dieser Woche ist das Land nach den Weihnachtsferien so richtig ins neue Jahr gestartet. Doch von Normalität im Alltag kann leider keine Rede sein.

Wie von den Experten seit Wochen angekündigt, hat der Jänner mit der heftiger werdenden Omikron-Welle viel Unsicherheit mit im Gepäck. Dass die Lage in Niederösterreich im Vergleich zu anderen Bundesländern noch (!) relativ entspannt ist, hat vorwiegend einen Grund. Die meisten Ansteckungen sind während der Feiertage in den Skigebieten im Westen passiert.

Hier aber gleich in das „Kitzloch“-Bashing einzustimmen und den Touristikern pauschal Fahrlässigkeit bei der Kontrolle der Maßnahmen zu unterstellen, wäre falsch und unfair. Auch in den Ski-Gebieten, die jetzt an den 10.000er-Inzidenzen kratzen, wurden der Grüne Pass und die Maskenpflicht großteils penibelst geprüft.

Vielmehr haben die Ansammlungen internationaler Gäste die Infektionen in die Höhe schnellen lassen. Diese Ausbreitung des Virus wäre nur durch eine Sperre der Gastronomie – sprich der Hütten – sowie der Hotellerie zu vermeiden gewesen. Anders ist der neuen hochansteckenden Variante wohl nicht Herr zu werden.

Aber genau dagegen hat sich die Regierung entschieden. Oberstes Ziel ist, einen Lockdown zu verhindern und dabei das Gesundheitssystem nicht zu überlasten. Ob das überhaupt gelingen kann, wird auch der Verlauf der ersten Schulwoche zeigen. Jedenfalls wird unausgesprochen die Durchseuchung in Kauf genommen.

Man setzt auf stärkere Kontrollen, Maskenpflicht im Freien, Homeoffice und verkürzte Quarantäne-Regeln. So soll die kritische Infrastruktur vor Personalengpässen geschützt werden. Und: Dreimal Geimpfte werden nicht mehr als Kontaktpersonen geführt, können aber ansteckend sein. Damit gibt die Regierung Verantwortung ab. Dieser Schuss kann nach hinten losgehen. Denn ob mehr Eigenverantwortung in der heikelsten Phase der Pandemie die richtige Antwort ist, darf bezweifelt werden.