Tests mit Fragezeichen. Über die Massentests, die nur dann ein Erfolg sein werden, wenn die Behörden rasch und effizient arbeiten.

Von Daniel Lohninger. Erstellt am 02. Dezember 2020 (05:17)

An diesem Wochenende beginnt es also – das große Massentesten. Pädagogen sowie Menschen in sozialen Berufen sind dran, danach Polizisten. Und am 12./13. Dezember alle anderen. Der Aufwand ist enorm – getestet wird an 800 Standorten und mit über 15.000 Helfern.

Die Teilnahme ist freiwillig. Niemand wird also gezwungen, zu wissen, ob er infiziert ist. Das mit dem Wissen ist aber bei Antigen-Tests ohnehin so eine Sache. Abgesehen von der Gefahr, dass manche einen negativen Test als Freifahrtschein für Partys & Co nutzen könnten, sind zwar die negativen Tests fast immer korrekt – viele positive Tests sind aber falsch.

In der Praxis heißt das: Zuerst anstellen, dann testen und mit einem mulmigen Gefühl auf das Ergebnis warten. Ist das positiv, muss man zum PCR-Test und in Quarantäne – und alle, die im Haushalt leben, auch. Erst wenn dieses Ergebnis da ist, hat man Gewissheit. Oft wird sich leider erst dann herausstellen, dass es falscher Alarm war.

Aber, so ehrlich muss man sein: Noch ist niemandem etwas Besseres eingefallen, um Coronainfizierte vor Weihnachten halbwegs herausfiltern zu können. Also wird die Umsetzung zum Prüfstein für die Bundesregierung. Denn die Behörden müssen bis auf Bezirksebene hinab maximale Geschwindigkeit und Effizienz garantieren. Andernfalls wartet man nach einem positiven Schnelltest tagelang auf den – vielleicht negativen – PCR-Test. Damit wären zugleich ganze Familien unnötig in Quarantäne. Droht so ein Szenario, werden sich allen Appellen zum Trotz manche nicht testen lassen – und zu den Feiertagen (unabsichtlich) dafür sorgen, dass sich das Virus munter ausbreitet.