Erstellt am 08. Januar 2019, 02:07

von Daniel Lohninger

Verbot ist erster Schritt. Daniel Lohninger über das Ende von Öl-Heizungen in Neubauten, das für das Land auch regionalpolitisch eine Herausforderung ist.

Fast jeder sechste Haushalt in Niederösterreich heizt noch mit Öl. Die regionalen Unterschiede innerhalb des Landes sind dabei beachtlich. Während in den Städten St. Pölten, Krems und Wiener Neustadt nur mehr zwei bis drei Prozent der Haushalte mit Öl beheizt werden, sind es in ländlichen Bezirken wie Melk und Amstetten immer noch gut 30 Prozent.

Umso bemerkenswerter ist es, dass Niederösterreich seit Anfang Jänner das erste Bundesland ist, in dem neue Öl-Heizungen verboten sind. Vorerst zwar nur in Neubauten, aber dennoch: Das Signal ist ein starkes – auch wenn die praktischen Auswirkungen gering sind. Denn schon seit einigen Jahren spielen Öl-Heizungen in Neubauten kaum eine Rolle.

Deren Verbot kann deshalb nur ein erster Schritt sein. Dem muss bald der zweite folgen – und zwar, jene Haushalte mit Nachdruck zum Umstieg zu bewegen, die immer noch mit Öl heizen. Doch warum heizen immer noch so viele Landsleute mit dem fossilen Brennstoff? Wahrscheinlich nicht, weil sie Umweltsünder sein wollen. Eher schon, weil noch kein Austausch des Öl-Kessels notwendig ist oder weil der Umstieg auf eine alternative Heizform schlicht zu kostspielig scheint. 

Der wichtigste Hebel ist also die Förderung. Der mit bis zu 5.000 Euro dotierte „Raus aus Öl“-Bonus ist ein Anfang, er muss aber wohl attraktiver werden – zumal zumindest bis Ende 2019 auch der Umstieg von einem alten auf einen neuen Öl-Kessel mit 2.500 Euro von der Initiative „Heizen mit Öl“ gefördert wird. Wichtig sein wird aber auch eine Informations-Offensive über alternative und zugleich kostengünstigere Heizformen – und jedes System ist billiger als Öl. Vor allem in Regionen, in denen Öl-Heizungen weit verbreitet sind.