Viel Zuversicht für die neue Ära in der Diözese. Walter Fahrnberger über die Ernennung des neuen Diözesanbischofs Alois Schwarz.

Von Walter Fahrnberger. Erstellt am 23. Mai 2018 (03:00)

Die langerwartete Entscheidung ist gefallen. Bischof Alois Schwarz folgt Klaus Küng als
Diözesanbischof von St. Pölten. Vergangenen Donnerstag hat der Heilige Stuhl dies offiziell bekannt gegeben. Für den 65-jährigen gebürtigen Niederösterreicher kam die Abberufung in sein Heimatland überraschend. Und der Abschied aus der Diözese Gurk-Klagenfurt nach 17 Jahren fällt ihm nicht leicht, wie er betont hat. Er habe in dieser Zeit das Land Kärnten fühlen und schätzen gelernt. Zudem muss er „seine“ Diözese mitten in den Vorbereitungen zum 950-Jahr-Jubiläum im Jahr 2022 im Stich lassen. Was ihn und auch viele Katholiken im südlichsten Bundesland schmerzt.

Des Kärntners Leid ist des Niederösterreichers Freud. Die Ernennung von Alois Schwarz hat querbeet für positive Reaktionen und viel Zuversicht im Land gesorgt. Aus mehreren Gründen: Der neue Bischof bringt viel Erfahrung mit, um den von Klaus Küng begonnenen Weg der Heilung nach der turbulenten Ära von Kurt Krenn weiterführen zu können.

Bischof Schwarz, der in Hollenthon in der Buckligen Welt aufgewachsen ist, kennt die Leute und die Kultur in Niederösterreich. Seine offene, kommunikative Art kann einen neuen Spirit unter den Gläubigen entfachen. Sein Programm lautet: „Mit den Menschen reden, zuhören und ihnen Würde geben.“ Was so simpel klingen mag, ist in der schnelllebigen, digitalisierten Gesellschaft leider schon zu oft vergessen worden. Zu viele haben die normale verbale Kommunikation mit dem Nachbarn oder dem Gegenüber bereits verlernt.

Die großen Herausforderungen wie Priestermangel, steigende Zahl an Kirchenaustritten und insgesamt eine Glaubensferne der Menschen werden nicht von heute auf morgen und nicht in der Diözese St. Pölten allein gelöst werden können. Doch Schwarz’ Zugang ist, kirchliche Initiativen zu verknüpfen und gemeinsam mit den Äbten eine Erneuerung „von unten“ zu forcieren. Dieses „Bottom up“-Prinzip, wie es in der Wirtschaftssprache heißt, bringt kleinen Einheiten große Wertschätzung gegenüber. Das kann den engagierten Menschen in den Pfarren, den Geistlichen und allen kirchlichen Mitarbeitern sowie allen Katholiken in der Diözese neue Hoffnung im Glauben geben. Und es ist ein wichtiger Schritt zur Öffnung der Kirche.