Vor Ende des Lockdowns. Über ein Instrument in der Pandemie-Bekämpfung, das nach erfolgreichem Start mittlerweile ausgedient hat.

Von Daniel Lohninger. Erstellt am 03. Februar 2021 (05:53)

Jetzt ist es soweit: „Lockdown Nummer 3“ steuert auf sein Ende zu. Langsam zwar, aber doch. Es war auch Zeit dafür, wie der zunehmende Unmut der Bevölkerung zeigt. Zugleich sind Lockdowns als Instrumente der Pandemie-Bekämpfung fast wirkungslos geworden. Vor diesem Problem stehen die Regierenden überall – zumindest in der freien Welt. Denn Lockdowns wirken nur, wenn die Mobilität gegen Null sinkt. Im März/April war das der Fall, im „Lockdown Nummer 3“ nicht mehr. Nun kann man darüber streiten, warum das so ist – am Faktum ändert das freilich nichts.

Deshalb ist es jetzt wichtig, in die nächste Phase der Pandemie-Bekämpfung zu kommen, in der Entscheidungen nicht nur nach gesundheitspolitischen Gründen erfolgen, sondern auch nach sozial- und wirtschaftspolitischen. Eine Phase, in der es Hoffnung auf Besserung und Aussicht auf ein halbwegs normales Leben gibt. Die Bundesregierung hat in Abstimmung mit den Ländern nun diesen Weg eingeschlagen – und hebt den Lockdown schrittweise auf.

Trotz verhältnismäßig hoher Zahlen. Anders als im März haben wir zumindest in Niederösterreich Rahmenbedingungen, die eine Explosion der Fallzahlen vermeiden könnten: eine funktionierende flächendeckende Testinfrastruktur, ein Arsenal an FFP2-Masken in jedem Haus und die Aussicht auf eine Impfung für alle, die sie wollen. Und dann gibt es da noch etwas, das fast in Vergessenheit geraten ist: die Eigenverantwortung. Ja, man darf sich selbst und seine Mitmenschen auch schützen, wenn das nicht durch eine Verordnung oder ein Gesetz vorgeschrieben ist. Schön wäre es, wenn diese Eigenverantwortung in den nächsten Monaten an Stellenwert gewinnt.