Wie eine Geburtsstunde. Über die Auswirkungen für Niederösterreich nach dem Fall des Eisernen Vorhangs vor 30 Jahren.

Von Walter Fahrnberger. Erstellt am 07. Mai 2019 (03:05)

Für die jüngere Generation ist es kaum vorstellbar, dass vor Jahrzehnten an Niederösterreichs Außengrenzen quasi die Welt endete. Stacheldraht und Grenzwachen haben für die Menschen im Ostblock die Einreise in den kapitalistischen Westen verhindert. Wer sich widersetzte, bezahlte mit seinem Leben. Erst mit dem Fall des Eisernen Vorhangs vor 30 Jahren wurde die Spaltung Europas in einen freien und einen nicht freien Teil beendet. Gleichzeitig war dieses historische Ereignis im Jahr 1989 auch so etwas wie die Geburtsstunde für ein neues Niederösterreich.

Denn spätestens nachdem in der Folge die direkten Nachbarländer Tschechien und Slowakei im Jahr 2004 auch in die Europäische Union aufgenommen worden waren, rückte unser Bundesland nicht nur geografisch ins Zentrum Europas. Die Ostöffnung war vor allem für die Entwicklung Niederösterreichs von immenser Bedeutung. Und sie ist es heute noch. Insbesondere für die Wirtschaft. Der Anstieg von Exporten heimischer Firmen nach Osteuropa, begünstigt durch den Wegfall der Grenzkontrollen, kurbelte das Wirtschaftswachstum an. Zusätzliche Arbeitsplätze wurden geschaffen, obwohl Scheinselbstständige aus dem Osten den Wettbewerb hierzulande verschärften.

Wie der Austausch mit unseren Nachbarn funktioniert, zeigt sich auf mehreren Ebenen. Augenscheinlich wird das vereinte Europa aktuell mit dem Bau eines gemeinsamen Gesundheitszentrums von Österreich und Tschechien in Gmünd. Der Startschuss dafür erfolgt mit dem Spatenstich am 18. Mai. Dieses europaweit einzigartige Projekt wäre wiederum für die älteren Generationen vor über 30 Jahren kaum vorstellbar gewesen ...