Liga hat ein Problem. Über die Fußball-Bundesliga in Zeiten der Corona-Krise.

Von Bernhard Schiesser. Erstellt am 17. März 2020 (01:06)

Rapid-Kapitän Stefan Schwab meinte zuletzt in einem Interview, er fände es durchaus fair, wenn die Bundesliga-Meisterschaft jetzt abgebrochen, aber voll gewertet werden würde.

Nun, unfair wäre das nicht, zumal alle Klubs zweimal – zuhause und auswärts – gegeneinander gespielt haben. Damit wäre der LASK Meister? St. Pölten Absteiger? Die Europacup-Startplätze vergeben? Ried Aufsteiger?

Ganz so einfach ist es dann eben doch nicht. Die Linzer als Champion und der SKN als Absteiger ließen sich mit viel gutem Willen noch irgendwie argumentieren. Bei den Vergaben der Europacup-Plätze ist das schon nicht mehr so einfach. Beim möglichen Aufsteiger aus der 2. Liga schon gar nicht.

Im Cup – dort winkt dem Sieger immerhin ein Fixplatz in der Europa League-Gruppenphase – ist das Finale noch ausständig. Dort ist zwar Salzburg gegen Lustenau haushoher Favorit, daraus ein Ergebnis abzuleiten, ist aber schlichtweg unzulässig.

Die Situation im Aufstiegsrennen der 2. Liga ist noch verworrener. Ein Blick auf den aktuellen Tabellenstand verleitet dazu, die SV Ried als verdienten Aufsteiger auszumachen. Dort sind aber bereits 19 der 30 Spieltage absolviert. Zur Halbzeit nach 15 Runden hätte noch Austria Klagenfurt die Nase vorne gehabt.

Die Liga steht vor einer Herkules-Aufgabe. Sportlich fair wäre wohl eine (temporäre) Aufstockung der Liga. Das würde allerdings bedeuten, dass der Kuchen an Liga-Geldern in mehr Stücke geteilt werden müsste und diese entsprechend kleiner ausfallen würden. Alles im Kontext von wirtschaftlich ohnehin existenzbedrohenden Zeiten.