Lohnverhandlungen mit Augenmaß. Heinz Bidner über die nun gestarteten Herbstlohnrunden und was sich die Arbeitnehmer erwarten dürfen.

Von Heinz Bidner. Erstellt am 29. September 2014 (09:59)

Um wie viel werden die Löhne und Gehälter in vielen Branchen rund um den Jahreswechsel steigen? Nimmt man die Tendenz der letzten Jahre her, in denen die Kollektivvertragsabschlüsse meist über der Inflationsrate lagen, müsste ein Zweier vor dem Komma stehen. Denn für heuer und 2015 wird eine Teuerung von rund 1,8 Prozent erwartet.

Am Donnerstag haben traditionell die Metaller die Herbstlohnrunden eröffnet. Nach drei Stunden war das erste Abtasten vorbei. Ebenfalls traditionell darf man mit einigen weiteren Runden rechnen. Immerhin werden die Metaller-Verhandlungen immer recht heftig – oft mit Betriebsversammlungen und Streikdrohungen der Gewerkschaften – geführt, zumal sie Vorbildwirkung auf alle nachfolgenden Branchen haben.

Auch diesmal ist Augenmaß auf beiden Seiten gefragt. Die Wirtschaftsprognosen wurden zuletzt laufend nach unten korrigiert, die Ukraine-Krise hinterlässt bei den Betrieben ihre Spuren. Zu geringe Einkommenserhöhungen dämpfen aber den Konsum, wodurch weniger verkauft und produziert wird, was wiederum Jobs gefährdet.