Millionen-Gagen sind ein notwendiges Übel. Heinz Bidner über die Debatte zu millionenschweren Jahresgehältern von Spitzenmanagern.

Von Heinz Bidner. Erstellt am 08. September 2014 (09:26)
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Es klingt nach einer Verhöhnung jedes hart arbeitenden Menschen in diesem Land. Ein Vorstand in einem der 20 börsennotierten ATX-Unternehmen soll 2013 im Schnitt 1,3 Millionen Euro verdienen. So eine aktuelle Berechnung der Arbeiterkammer.

Die Industriellenvereinigung reagiert empört auf diese jährlich angeheizte Neiddebatte. Die Zahl wäre nicht nachvollziehbar. Bei den größeren Unternehmen lägen die Vorstandsgehälter bei 209.000 Euro netto (brutto also etwa doppelt so viel).

Die Wahrheit liegt dazwischen. Natürlich beziehen einige Top-Manager in großen heimischen Industrieunternehmen oder Banken Millionen-Gagen. Aber das ist nur eine dünne Spitze, mit der man den lauten Schrei nach einer Reichensteuer untermauert.

Ist eine solche Dimension gerechtfertigt? Jein. Das mittlere Einkommen in Österreich liegt bei „nur“ 28.400 Euro. Sind denn Verantwortung und Arbeitsaufwand eines Konzern-Lenkers wirklich um mehr als das 40-fache größer als bei einem Schülerbus-Lenker? Andererseits sind gute Manager international gefragt und Millionengehälter üblich. Will man die besten Köpfe in Österreich halten, muss man dafür zahlen. Ob wirklich die besten Köpfe ausgewählt wurden, stellt sich leider oft erst im Nachhinein heraus.