Mut zum Träumen statt Normalität. Darüber, was wir aus der Pandemie lernen und mitnehmen können.

Von Stephan Turnovszky. Erstellt am 13. Januar 2021 (06:44)

Unser Herr Bundespräsident hat mir in seiner Neujahrsansprache im ORF aus dem Herzen gesprochen: „Jetzt ist die Zeit, in der wir träumen sollten, wie wir unsere Welt verbessern können.“ Er bringt Beispiele und ermutigt zu weiten Träumen „ohne Angst, zu groß zu denken“. Das gefällt mir. Ich werde immer stutzig, wenn von einer möglichst raschen Rückkehr zur Normalität die Rede ist. Bringen wir uns da nicht um die einzigartige Gelegenheit, als Einzelne und als Gesellschaft etwas aus der Krise zu lernen? Ich für meinen Teil möchte nach der Krise (und das wird irgendwann sein) nicht genau so leben wie vor der Krise. Ich will dann etwas gelernt haben!

Zum Beispiel: Ich nehme wahr, wie gut mir das im Lockdown ruhigere Leben ohne die vielen Abendtermine tut. Ich gehe viel früher schlafen als vor der Pandemie und bin in der Früh wesentlich ausgeschlafener und wacher. Ich möchte nach der Krise sicher nicht mehr so viele Abendtermine wahrnehmen wie davor. Oder: Die Natur atmet im Lockdown auf. Können wir daraus nicht als Gesellschaft lernen, uns auf die Suche nach einem Lebensstil zu machen, in dem es sowohl der Schöpfung als auch der Wirtschaft gut geht? Warum eines auf Kosten des anderen?

Oder: Covid bedroht alle Menschen. Wäre diese Krise nicht ein angemessener Anlass, eine Gesellschaft zu begünstigen, die weniger Unterschiede zwischen arm und reich kennt, und dafür Sorge trägt, dass alle Menschen in Würde leben können?

Themen zum Träumen gibt es genug. Ich möchte für mich und für unsere Gesellschaft einen nachhaltigen Lebensstil, nicht automatisch den früheren, den wir den „normalen“ nannten. Nicht Normalität ist daher mein Vorsatz für 2021, sondern mit Gott groß zu träumen, wie mein und unser Leben besser aussehen könnte.