3/2-Regelung würde niemandem fehlen. Bernhard Schiesser über ein unnötiges Unikat im heimischen Fußball.

Von Bernhard Schiesser. Erstellt am 19. Juni 2018 (00:28)

Egal, wie man zum Rechtsstreit zwischen dem SC Wiener Neustadt und dem SKN St. Pölten rund um den Einsatz von David Atanga im Relegationsrückspiel steht, einen großen Verlierer gibt es jetzt schon: die Bundesliga.

Ihre Hauptaufgabe ist es, für die Wahrung der Integrität – also für die Unversehrtheit – des Wettbewerbs zu sorgen. Sich puncto Kooperationsspieler-Vereinbarung auf eine Art „Gentlemen’s Agreement“ zu verlassen, steht im krassen Widerspruch dazu.

Und überhaupt – wem nützt die sogenannte 3/2-Regelung? Der Nachwuchsförderung? Vielleicht in der Theorie. In der abgelaufenen Saison spielten vier Spieler für drei verschiedene Klubs. Drei davon – Atanga, Tetteh und Igor – standen für ihren Stammverein Salzburg insgesamt 130 Minuten auf dem Feld. Ob die ihrem fußballerischen Fortkommen nachhaltig dienlich waren, darf bezweifelt werden. Die Salzburger hätten ohne Not auf den Einsatz dieser Spieler im Herbst verzichten können, so sie beabsichtigten, diese in der Winterpause zu verleihen.

Die Regelung ist also sinnarm und verzichtbar. Das macht den Protest der Wiener Neustädter dagegen aber um keinen Deut weniger verwerflich.