Abstiegskampf ist nichts für Weicheier. Bernhard Schiesser über die wahren Helden des Amateurfußballs.

Von Bernhard Schiesser. Erstellt am 16. Januar 2018 (02:45)

Wer jemals ein Funktionärsamt bei einem Fußballverein im Unterhaus innehatte, weiß: Mit dem Frühjahr beginnt die Nervenschlacht. Ja, ja – jene die sich in bunten Farben Meisterchancen ausmalen, fiebern dem Rückrundenstart entgegen. Die sind aber nicht gemeint. Titelkampf ist Kindergeburtstag. Und zwar jener Teil, wo die dicken Tortenstücke verteilt werden und mit lustigen Hüten und lauten Tröten getanzt wird.

Richtig zur Sache geht’s hingegen am anderen Ende der Tabellen. Nur im Abstiegskampf werden Magengeschwüre zum Wuchern angestiftet. Auf der Party dort wartet zum Abschluss die quälende „Reise nach Jerusalem“, wo Jahr für Jahr niemand weiß, wie viele Sessel übrig bleiben.

Bekanntlich ist von der jeweils übergeordneten Liga abhängig, wie viele Klubs in den darunterliegenden Ligen absteigen müssen. Diese Arithmetik ist in dieser Saison noch unvorhersehbarer als sonst. Durch die Reform der Bundesliga und die einhergehende Ungewissheit, welche und wie viele NÖ-Klubs dort Platz finden (wollen), wird’s kompliziert.

Das Bangen, Hoffen und Rechnen wird die wahren Helden des NÖ-Fußballs heuer noch länger quälen. Wir wünschen starke Nerven.