Der entscheidende Satz zum Abschied. Bernhard Schiesser über den Rücktritt von St. Pölten-Trainer Jochen Fallmann.

Von Bernhard Schiesser. Erstellt am 12. September 2017 (02:48)

SKN-Trainer Jochen Fallmann wartete nicht bis Montag. Er wartete nicht darauf, dass Sportmanager Markus Schupp den Strategischen Partnern vorschlagen würde, ihn zu feuern. Er wartete nicht darauf, dass dieses 15-köpfige Gremium dann über ihn urteilte. Fallmann ging einen Tag davor freiwillig. Das scheint auf den ersten Blick merkwürdig. Ein Satz von ihm lässt aber tief blicken.

„Es war mir unmöglich, in dieser Konstellation weiterzuarbeiten!“ Konstellation? Die Mannschaft stand weiter geschlossen hinter ihm, die Strategischen Partner wollten gar eine Petition „Pro Fallmann“ aufsetzen. Dieser Satz gilt alleine Markus Schupp. Das Band zwischen den beiden war zerschnitten.

Der scheidende SKN-Trainer leugnete nie, dass ein Trainerwechsel angesichts der verheerenden Bilanz vertretbar sei. Wenn Fallmann aber schon die Kröte zu fressen hat, dann sollte wenigstens jeder wissen, wer sie ihm kredenzte. Hätten die Strategischen Partner Fallmann am Montag über die Klinge springen lassen, wäre Schupp danach als „Pontius Pilatus“ dagestanden. So sehr sich Schupp auch bemüht, seine Hände in Unschuld zu waschen, ganz sauber werden sie nicht. Dafür hat Fallmann gesorgt.